Kroatien zerstört Englands Traum und greift nach dem WM-Pokal

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Dank des späten Tores von Mandzukic greift Kroatien erstmals nach dem WM-Pokal und hat dem Mutterland des Fußballs eine ganz bittere Halbfinal-Niederlage zugefügt. Die "Feurigen" beendeten im Halbfinale des Turniers in Russland Englands Träume vom zweiten Titelgewinn. Bis ... ja, bis zu 65. Minute, in der Ivan Perisić - aus aussichtsreicher Position nicht das Tor, sondern nur Kyle Walkers "Familienplanung" (O-Ton von ZDF-Reporter Oliver Schmidt) trifft.

Zumindest in der K.o. Der frühere Bayern-Profi Mario Mandžukić erzielte im Spiel gegen England den entscheidenden Treffer zum 2:1 nach Verlängerung. Am Sonntag steigt in Moskau damit das große Finale zwischen Frankreich und Kroatien. Dort entwischte Mandzukic der gegnerischen Abwehrreihe und der Stürmer bezwang Pickford mit einem Schuss ins lange Eck - 2:1, Kroatien hatte dieses Halbfinale gedreht.

Tränen und Freudenschreie, Umarmungen und Gesänge, Feuerwerk und bengalische Fackeln: In Kroatien kannte der Jubel nach dem erstmaligen Einzug in ein WM-Finale keine Grenzen. 360 Minuten absolvierten sie in Achtel-, Viertel- und nun Halbfinale. An Spielminuten gemessen ist das ein Match mehr als Gegner Frankreich. Modric hatte Dele Alli zu Fall gebracht.

Die Engländer gingen durch einen traumhaften Freistoß-Treffer von Kieran Trippier, der aus rund 20 Metern zentraler Position mit rechts über die Mauer in den Winkel traf, in Führung (8.). Das zwölfte englische WM-Tor fiel zum neunten Mal aus einer Standardsituation.

Die international doch noch recht unerfahrene Southgate-Elf war in den ersten 45 Minuten das aktivere und gefährlichere Team. Auf der Gegenseite nahm Zlatko Dalić eine Änderung im Vergleich zur vorangegangenen Partie vor: Für Andrej Kramarić, Torschütze gegen Russland, rückte Marcelo Brozović von Inter Mailand in die Startformation. In der Abwehr war Rechtsverteidiger Sime Vrsaljko nach seiner Knieblessur rechtzeitig fit geworden. Nach zwei Siegen im Elfmeterschießen in Achtel- und Viertelfinale war es bereits das dritte Mal, dass sie die 30 Minute extra gehen mussten.

Von Modric war lange Zeit kaum etwas zu sehen, dem Spielmacher von Real Madrid schienen die beiden 120-Minuten-Dramen in den Runden zuvor zugesetzt zu haben.

England tat die kurze Pause gut, denn zu Beginn der Verlängerung waren die Schützlinge von Gareth Southgate wieder besser im Spiel. Denn urplötzlich war Kroatien die bessere Mannschaft, Englands junge Auswahl wirkte nervös, taumelte wie ein angeschlagener Boxer. Plötzlich drehte sich die Partie, Perisic scheiterte jedoch am Pfosten (72.), der Ex-Münchner Mandzukic (83.) an Keeper Jordan Pickford. Fünf Minuten später schoss Jesse Lingard von der Strafraumgrenze vorbei. Pickford war zunächst noch unterbeschäftigt.

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