Einblicke in Auto-Geheimprojekt:Ex-Mitarbeiter spionierte Apple aus

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Dort wurde der ehemaliger Apple-Mitarbeiter Xiaolang Zhang vom FBI aufgehalten. XMotors kooperiere mit dem FBI und habe Zhang im Zuge seiner eigenen internen Untersuchungen freigestellt.

Seit drei Jahren arbeitet Apple unter dem Codenamen "Project Titan" an der Entwicklung von Soft- und Hardware für autonomes Fahren. Er entwarf und testete Leiterplatten, um Sensordaten zu analysieren. Während seines Vaterschaftsurlaubes reiste Zhang demzufolge nach China und reichte kurz danach, im April 2018, bei Apple seine Kündigung ein. Der Vorwurf: Zhang soll zahlreiche vertrauliche Dokumente von Apples Autoprojekt kopiert haben um sie mutmasslich bei seinem neuen Arbeitgeber - einem chinesischen Unternehmen das ebenfalls an autonomen, elektrischen Autos arbeitet - zu verwenden. Das Startup-Unternehmen entwickelt Elektrofahrzeuge.

Sein Supervisor stellte fest, dass sich Zhang bei seinem letzten Treffen ausweichend verhalten hatte. Diese Meldung veranlasste das "New Product Security" Team Apples dazu, den Angestellten unter die Lupe zu nehmen. Bei der Durchsuchung seiner Netzwerkaktivitäten stellte ein Sicherheitsteam des Unternehmens fest, dass diese kurz vor seiner Abreise ein erhöhtes Transfervolumen hatten. Das Papier der Staatsanwaltschaft nennt technische Schaltpläne, Handbücher und Berichte. Er soll Massenrecherchen in verschiedenen vertraulichen Datenbanken ausgeführt und gezielt umfangreiche Informationsseiten auf den Laptop seiner Frau heruntergeladen haben. Auch Daten über Prototypen gehörten anscheinend dazu.

Apple-Mitarbeiter wurden bereits während des Kündigungsgesprächs verdächtig.

Apple kommentierte gegenüber US-Medien den Fall mit scharfen Worten. Die Zeitstempel belegen, dass dieser Besuch mit den Zeiten der Downloads zusammenfällt. Videos von Überwachungskameras zeigten zudem, dass Zhang an einem späten Samstagabend unter anderen eine grosse Box aus dem Auto-Labor getragen hatte. Am 7. Juli verhaftete das FBI Xiaolang Zhang, nachdem er den Sicherheitskontrollpunkt am Flughafen San José durchschritten hatte, um einen Flug nach China zu besteigen. Bei einer Befragung durch die Ermittler der Bundesbehörde gab er zu, Dateien über fahrerloses Fahren auf den Laptop seiner Frau geladen zu haben, um weiterhin Zugang zu ihnen zu erhalten.

Zhang unterschrieb bei Berufseintritt eine Vereinbarung über geistiges Eigentum, gegen die er jetzt offensichtlich verstoßen hat. Zudem droht ihm eine Verurteilung wegen Geheimnisdiebstahl, der mit einer Höchststrafe von 10 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 250.000 Dollar geahndet wird. In der Anklage gegen den Ingenieur wird das streng gehütete Geheimnis über die Größe des Forschungsprojekts von Apple gelüftet: 5000 Mitarbeiter des iPhone-Herstellers arbeiten in der Sparte, etwa 2700 von ihnen haben Zugang zu vertraulichen Informationen. "Apple legt sehr großen Wert auf Vertraulichkeit und die Achtung von geistigem Eigentum", zitiert Bloomberg den Apple-Sprecher Tom Neumayr. Man arbeite nun in der Angelegenheit mit den Behörden zusammen und werde "alles tun, was möglich ist", damit der Beschuldigte "und jede andere beteiligte Person" für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden.

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