BAG meldet deutliche Zunahme von Zecken-Enzephalitis-Fällen

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Alleine im Juni erkrankten 73 Menschen hierzulande an der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), wie aus den am Montag publizierten Zahlen des BAG hervorgeht.

Deutschlandweit werden in diesem Jahr immer mehr Fälle von FSME gezählt. In den Vorjahren haben sich bis Ende Juni nämlich deutlich weniger Menschen mit dem Virus infiziert.

In diesem Jahr haben auch deutlich mehr Personen wegen Zeckenbissen oder Borreliose einen Arzt aufgesucht. Seit 2000 wurden im gleichen Zeitraum jeweils zwischen 46 und 109 Fällen gemeldet.

2018 wird ein Zeckenjahr - das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung warnt vor der höchsten Zahl von Zecken seit Beginn der Untersuchungen.

Impfung FSME ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Erkrankung, die zum Teil eine lebensbedrohende Gehirn- und Hirnhautentzündung auslöst. Zudem kommt es nur in bestimmten Gebieten der Schweiz vor.

In einem ersten Schub werden Betroffene 7 bis 14 Tage nach dem Stich von grippeartigen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit oder Gelenkbeschwerden geplagt.

Bei 5 bis 15 Prozent der Betroffenen folgen Symptome einer Hirnhaut- oder Hirnentzündung, die Lähmungen auslösen und bleibende Behinderungen hinterlassen können. Bei der Borreliose wird ein Bakterium übertragen, bei der FSME ein Virus. Rund 1 Prozent der FSME-Fälle verläuft tödlich. Am Montag meldete die Nachrichtenagentur sda, dass in Brittnau AG Anfang Juli sogar eine Frau wegen eines Zeckenbiss verstorben sei.

Seit 10 Jahren untersucht der Wissenschaftler Gerhard Dobler am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München die Ausbreitung und Aktivität des FSME-Virus in Deutschland. Eine Impfung dagegen gibt es nicht. Für die Zeckenenzephalitis gibt es keine spezifische Behandlung.

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