Millionen Euro Bargeld per Flieger nach Iran?

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Die rund 300 Millionen Euro in bar würden 1620 Kilogramm wiegen, gut 80 mittelgroße Koffer voller 200-Euro-Scheine müssten dafür an Bord eines Flugzeugs geschleppt werden. Trump hat neue Sanktionen verhängt, weil er wie die israelische Regierung der Meinung ist, dass Iran heimlich weiter nach einer Atombombe strebe. Jetzt hat sich US-Botschafter Grenell geäußert.

US-Botschafter Richard Grenell forderte die Bundesregierung auf, einzugreifen und einen Bargeld-Transfer zu stoppen. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sollen es sogar bis zu 380 Millionen Euro sein. Man sei "sehr besorgt" über die Berichte. Der Grund: Nach Informationen der "Bild"-Zeitung will der Iran offenbar 300 Millionen Euro Bargeld aus Deutschland ausfliegen".

Bei dem Geld handelt es sich um Guthaben der staatlichen Europäisch-Iranischen Handelsbank bei der Bundesbank, die sich der Iran auszahlen lassen und ins eigene Land fliegen will.

Der Vorgang werde geprüft, unter anderem durch die Finanzaufsicht BaFin, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums.

Nach der Ankündigung neuer US-Sanktionen muss das islamische Land fürchten, demnächst kaum noch an Guthaben im Ausland zu kommen.

Eine der Drohungen der USA richtete sich gegen Geldhäuser, die direkt oder indirekt Transaktionen mit iranischen Instituten unterstützen.

Die Europäisch-Iranische Handelsbank wurde 1971 mit Sitz in Hamburg gegründet und ist in Staatsbesitz. Die übrigen Partner im Abkommen, darunter Deutschland, stehen nach wie vor hinter den Verträgen. Ein Sprecher des Außenministeriums ergänzte: "Natürlich ist klar, dass Teil der Prüfung der Bundesregierung auch ist, ob möglicherweise Verletzungen gegen ein Sanktionsregime vorliegen".

Zur Dauer des Verfahrens machte die Sprecherin keine Angaben. Sie griffen, wenn es um Transaktionen gehe, die mit Blick auf Geldwäsche und Terrorfinanzierungen mit besonderen Risiken behaftet seien.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. Juli 2018 um 14:15 Uhr und 15:15 Uhr in den Nachrichten. Das Ganze sei "politisch heikel".

Wenn die Bundesregierung nun den Geldtransfer untersagt, könnte das die Zukunft des Atomabkommens gefährden - denn entfallen wirtschaftliche und finanzielle Vorteile für Teheran, könnte Iran den Deal endgültig aufkündigen. "Die Europäer zeigen im Atomstreit zwar immer ihren guten Willen, aber letztendlich sind praktische Entscheidungen und Schritte notwendig", sagte er in einer Kabinettssitzung.

Als Begründung für den politisch brisanten Plan gab die iranische Regierung laut "Bild" gegenüber deutschen Behörden an, dass man das Geld "zur Weitergabe an iranische Personen, die mangels Zugang zu anerkannten Kreditkarten bei Auslandsreisen auf Euro-Bargeld angewiesen sind", brauche.

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