US-Strafzölle: China erwartet grössten Handelskrieg der Geschichte

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Weil die US-Bauern Vergeltungsmaßnahmen aus China etwa auf Sojabohnen und Schweinefleisch zu befürchten haben, umgarnt Trump seit Wochen diesen Berufsstand, in dem viele seiner Stammwähler sitzen.

Der Schlagabtausch im Handelskrieg zwischen den USA und China wird härter.

Zum Wochenende hatte sich der Handelskonflikt der beiden Wirtschaftsgiganten verschlimmert, nachdem US-Präsident Donald Trump 25-prozentige Strafzölle auf Einfuhren aus China im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft gesetzt hatte.

Nach dem Inkrafttreten von US-Zöllen auf chinesische Warenimporte im Volumen von 34 Milliarden Dollar sieht sich die Regierung in Peking zu Gegenmaßnahmen gezwungen.

Nach diesem ersten Schusswechsel liegt die neue Munition im Handelskrieg allerdings auch schon bereit. Trump droht China mit zusätzlichen Zöllen, die auf all seine Importe in die USA im Wert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar ausgedehnt werden könnten. "Also haben wir 50 plus 200 plus fast 300", sagte Trump und fügte hinzu: "Das betrifft nur China". Damit sind auch die Lieferketten von Firmen betroffen, für die China nur eine Zwischenstation in einem globalen Herstellungsprozess ist.

BMW in China: Beinahe jedes fünfte Auto, das BMW auf dem weltgrößten Automarkt China verkauft, kommt aus den USA. Daimler gab bereits eine Gewinnwarnung heraus.

Kanadas Vergeltung auf Waren im Wert von insgesamt 13 Milliarden Dollar soll zum Teil die Farmer treffen. China werde mit anderen Ländern daran arbeiten, freien Handel zu gewährleisten. Die USA exportierten 2017 für 130 Milliarden US-Dollar nach China, während China für 500 Milliarden US-Dollar in die USA verschiffte. Er begründet die jetzigen Strafzölle mit zwangsweisem Transfer von Technologie, Verstößen gegen Urheberrechte oder auch unfairer staatlicher Subventionen für innovative Industrien in China. "Es gibt keine Gewinner in einem Handelskrieg", sagte der Vorsitzende der US-Handelskammer in der Volksrepublik, William Zarit. Aber andererseits ist es eine Möglichkeit, jetzt Regeln festzulegen, dauerhaft vielleicht besseren Marktzugang in China ermöglichen, mehr Rechtssicherheit ermöglichen. Peking könnte auch in China tätigen US-Unternehmen das Leben schwer machen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die betroffenen Handelsvolumina zumindest derzeit noch als zu klein an, als dass dies allein zu größeren Problemen für die Weltwirtschaft führen könnte. Sie wollen eine Eskalation immer noch vermeiden und senden hinter den Kulissen Kompromissangebote nach Washington. "Es wird nicht nur nutzlos sein, sondern auch die Interessen der US-Unternehmen und Amerikaner schädigen", sagte der Sprecher. Die US-Wirtschaft lebt zu zwölf Prozent vom Export, Chinas Wirtschaft sogar zu 20 Prozent. Im ganzen Land müssten Hersteller ganz unterschiedlicher Waren, vom Flugzeug bis zum Herzschrittmacher, ihre Produktion einstellen. "Gewinneinbrüche und Kostensenkungsprogramme wären die Folge, was auch die Arbeitnehmer stark belasten würde". Vor allem Branchen, die Vergeltungszölle zu befürchten haben, halten nichts von seiner Handelspolitik.

Wer wissen will, wie leicht heutzutage Handelskriege zu gewinnen sind - wie Donald Trump gern behauptet -, muss nur Rod Gangwish fragen. Mehrere Länder und auch die Europäische Union haben bereits Klage bei der Welthandelsorganisation WTO eingereicht. Die USA blockieren die Neubesetzung von Stellen im Schiedsgericht der WTO.

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