Kinder wurden bei Rettung teilweise betäubt

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Damit war die genaue Zahl der Geretteten unklar: Frühere Aussagen der Katastrophenschutzbehörde, wonach bereits sechs Jungen aus der Höhle gebracht wurden, bestätigte der Gouverneur nicht. Doch noch ist der Einsatz nicht vorbei. Mehr als die Hälfte der Kinder schafften es am Sonntag und Montag aus der weitgehend überschwemmten Tham-Luang-Höhle.

Die Rettung ist gefährlich: Kinder, die keinerlei Erfahrung im Tauchen haben, müssen vier Kilometer durch eine überflutete Höhle gelotst werden. Dem "Guardian" gegenüber erklärte die Mutter eines der in der Höhle eingeschlossenen Kinder, sie glaube, dass ihr Sohn Mongkhol unter den nun geretteten Jungen sei. Vier Jungen und ihr Betreuer harren noch in der Höhle aus, jetzt schon seit 16 Tagen.

"Wir werden versuchen, mit unseren Spezialbohrern vertikal ein 30 Zentimeter breites und 800 Meter tiefes Loch zur Luftzufuhr zu den eingeschlossenen Kindern zu bohren", so Herrenknecht in der Zeitung. Offiziell gab es dafür allerdings noch keine keine Bestätigung.

Die Aktion stützt sich auf ein Team von mehr als einem Dutzend internationaler Spezialtaucher. Die Rettung wird durch schweren "Monsun-Regen" erschwert, berichtet die "Welt". Die Geretteten werden jetzt in einem Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai behandelt, etwa 50 Kilometer von der Höhle entfernt. Die erfolgreichen Retter würden die Bedingungen in der Höhle kennen und wüssten, was zu tun sei. Allerdings müssen sie nach zwei Wochen in fast kompletter Dunkelheit äußerst vorsichtig wieder ans normale Leben herangeführt werden.

Über das weitere Vorgehen schwiegen sich die thailändischen Rettungskräfte am Montag zunächst einmal aus. Klar ist nur: Die vier stärksten Jungen wurden zuerst herausgeholt. Über den Zustand der anderen wurde zunächst nichts bekannt. Inzwischen hätten die ersten Buben auch Besuch von ihren Familien bekommen.

Dasselbe Team, das bereits gestern die ersten vier Jungen gerettet hatte, hatte sich am Morgen aufgemacht, um weitere Eingeschlossene zu befreien. "Heute ist der Tag X", sagte der Leiter des Rettungsteams, Narongsak Osottanakorn, am Sonntag vor Journalisten in der Nähe der Höhle. Er dauerte dann bis in den Abend.

Sinkende Wasserstände in der teilweise überfluteten Höhle könnten die Rettungsmission beschleunigt haben. Das Wetter ist gut. "Die Ausrüstung ist bereit", sagte er zu Beginn der Aktion. Nach Regenfällen über Nacht schien am Montag die Sonne. "In ein paar Stunden werden wir gute Nachrichten bekommen", sagte der Gouverneur - damit behielt er dann auch Recht. Er deutete an, dass für die Rettung des gesamten Fußballteams aus der Höhle nicht viel Zeit bleibe.

Hier müssen Taucher und Jungen ihre Sauerstoffflaschen abschnallen, da sehr wenig Platz ist. Darüber hinaus kann man im Wasser vielerorts kaum sehen. Am Freitag starb ein Taucher bei einem der gefährlichen Rettungsversuche. Jeder Junge soll von zwei Tauchern begleitet und einzeln herausgebracht werden. Die Kinder sind alle mit Taucherbrille ausgerüstet und werden von den Männern mit Sauerstoff versorgt. Die Profis versorgen sie mit Luft.

Etwa 90 Taucher sind im Einsatz. Das Kernteam besteht aus 18 Spezialtauchern, davon der größte Teil aus dem Ausland, aus Ländern wie Australien und Großbritannien.

Die Retter hatten sich nach langen Vorbereitungen erst am Sonntagmorgen endgültig zu dem Einsatz entschlossen.

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