Boeing und Embraer wollen gemeinsam wachsen

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Der US-Flugzeugbauer Boeing und sein brasilianischer Wettbewerber Embraer wollen mit einer strategischen Partnerschaft ihr weltweites Wachstum beschleunigen. Boeing ist in diesem Segment bisher nicht vertreten. Der Deal bewertet Embraers kommerzielles Flugzeuggeschäft demnach mit 4,75 Mrd. Boeing und Embraer hatten bereits seit längerem über einen Zusammenschluss verhandelt. Beide vereinbarten die Gründung eines Joint Ventures, das das Verkehrsflugzeug- und Servicegeschäft von Embraer umfassen und in die Produktions- und Lieferkette von Boeing integriert werden soll, wie sie gemeinsam mitteilten. Voraussichtlich Ende 2019 soll die Transaktion abgeschlossen sein, teilte Boeing mit.

Obwohl Embraer an seinem Verkehrsflugzeug-Geschäft künftig nur noch ein Fünftel der Anteile hält, soll der Bereich weiterhin aus Brasilien heraus geführt werden.

Beide Unternehmen sehen ihre geplante Partnerschaft als Weiterentwicklung der mehr als 20-jährigen Zusammenarbeit. Im Anschluss müssen sie Aktionäre und Behörden absegnen. Die Vereinbarung stärke beide Unternehmen auf dem Weltmarkt, ergänzte Embraer-Chef Paulo Cesar de Souza e Silva. Das bestehende Militärgeschäft soll weiter ganz bei Embraer bleiben - ebenso wie die Sparte für Geschäftsreise-Flugzeuge. Aus Sorge vor einem US-Einfluss auf das nationale Militärprogramm hatte die brasilianische Regierung in der Vergangenheit eine komplette Übernahme von Embraer durch Boeing abgelehnt. Von Seiten der US-Amerikaner aus soll das Joint-Venture direkt Boeing-Chef Dennis Muilenburg unterstellt sein.

Zusammenarbeiten wollen beide Gesellschaften wie bisher bei der Vermarktung von Embraers Militärtransporter KC-390. Dafür soll ein zweites Gemeinschaftsunternehmen entstehen. Ab dem dritten Jahr erwartet er Synergien von jährlich rund 150 Mio. US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 16,40 bis 16,60 Dollar.

Boeing erschließt sich das Geschäft der kleineren Verkehrsflugzeuge.

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