Zusammengehen von Karstadt und Kaufhof wird wahrscheinlicher ROUNDUP

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"Drei bis fünf Standorte würden bei einem Zusammengehen vermutlich geschlossen", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person am Donnerstag. Bei den beiden großen Warenhausketten in Deutschland - Kaufhof und Karstadt - seien insgesamt mehrere Zehntausende Mitarbeiter beschäftigt.

Das künftige gemeinsame Unternehmen soll nach Angaben der "Wirtschaftswoche" außerdem einen neuen Stammsitz erhalten - Köln sei als Möglichkeit genannt worden, auf jeden Fall solle es Nordrhein-Westfalen werden.

Der kanadische Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay Company (HBC) und der österreichische Karstadt-Eigner René Benko hatten am Dienstag eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Laut dem Magazin "Wirtschaftswoche" und der Nachrichtenagentur Reuters sollen Karstadt, Karstadt Sport und Kaufhof in ein Gemeinschaftsunternehmen zusammengefasst werden. Es soll demnach den Titel tragen: "Vereinbarung zu einer Fusion unter Gleichen im europäischen Warenhaus-Geschäft". Es sei aber völlig klar, dass bei einem Zusammenschluss die operative Führung des Unternehmens bei Benkos Karstadt liegen werde, hieß es aus Verhandlungskreisen. Die Schließung von Filialen in großem Stil stehe nicht zur Debatte.

Das "Wall Street Journal" führte aus, Hudson's Bay erhalte im Zuge der Transaktion 1,1 Milliarden Euro von Benko. Signa übernehme Schulden in Höhe von 750 Millionen Euro. Kaufhof wollte die Informationen gestern nicht kommentieren, Karstadt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. "Es macht wenig Sinn zu spekulieren, was das alles für Auswirkungen haben könnte", sagte der Landesfachbereichsleiter von Verdi Baden-Württemberg, Bernhard Franke. Derzeit berät Kaufhof mit der Gewerkschaft ver.di, wie der Konzern saniert werden könnte.

"Es sind immer noch viele Fragezeichen da", kritisierte er die Informationsgebung durch die Eigentümerseite.

Die Gewerkschaft fordert nun schnell Klarheit von den Eigentümern beider Kaufhausketten.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Eigentümer beider Ketten erneut über eine Zusammenarbeit sprechen.

Karstadt und Kaufhof leiden seit Jahren unter dem Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando. Doch seine Anläufe zur Übernahme von Kaufhof waren in den vergangenen Jahren immer wieder gescheitert. Als relativ sicher gelte, dass der Karstadt-Stammsitz in Essen wegfalle. Verschärft wurde die Situation durch Managementfehler. Der Kölner Handelsriese kämpft seit der Übernahme durch die Kanadier Ende 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen.

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