Bericht: PSA erwägt Teil-Verkauf des Opel-Entwicklungszentrums

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Die Befürchtung sei groß, dass es zu einem Ausverkauf bei Opel komme, sagte Schäfer-Klug.

Michael Lohscheller äußerte sich auf den Bericht der "Le Monde" zu den Verkaufsvorwürfen des Forschungs- und Entwicklungszentrums in Rüsselsheim. Laut "Le Monde" wäre ein Großteil der Belegschaft betroffen, PSA habe demnach den Verkauf von Abteilungen mit knapp 4000 Beschäftigten angeboten. Offensichtlich werde versucht, hinter dem Rücken der Gewerkschaft und des Betriebsrats Tatsachen zu schaffen. Davon sollen allein 380 Millionen Euro auf den Wert der technischen Kompetenzen entfallen. PSA sei wegen der Verkaufspläne bereits an die französischen Firmen Altran, Akka und Segula sowie die deutsche Bertrandt herangetreten und habe deren Interesse abgeklopft. Die IG Metall mahnte, Opel dürfe nicht "zur verlängerten Werkbank" des neuen Eigners werden. Denkbar seien eine industrielle Partnerschaft oder eine Struktur mit weiteren Anteilseignern neben Opel. PSA und Opel hätten mehrere Entwicklungsdienstleister sondiert, damit diese Übernahmeangebote vorlegen, heißt es etwa in einem Beitrag der französische Tageszeitung "Le Monde". "Das Herzstück von Opel ist die Entwicklung", betonte Schäfer-Klug.

Für die Opel-Ingenieure wäre das ein Schlag ins Gesicht. "[.] Strategische Partnerschaften sind dabei Teil dieser Überlegungen". Bisher seien keine Entscheidungen getroffen.

Opel war im vergangenen August von PSA übernommen worden, zu dem bereits die Marken Peugeot, Citroën und DS gehörten. Die Arbeitnehmer verzichten im Gegenzug auf Geld. Gegen Lohnzugeständnisse der verbleibenden Beschäftigten sicherte Opel zu, den Stamm in den deutschen Standorten von bislang rund 19 000 Menschen nur um 3700 zu vermindern, auf freiwilliger Basis über die verschiedenen Abfindungs- und Vorruhestandsprogramme.

Haben PSA und Opel die Unwahrheit gesagt?

"Auf die Frage, ob es konkrete Käufer gebe, ob es Verkaufsverhandlungen gebe, beide Fragen wurden damals in der Einigungsstelle mit Nein beantwortet".

Opel-Vorstandschef Michael Lohscheller erklärte am Mittwochmittag, die Auftragsvolumen vom ehemaligen Eigentümer General Motors würden in den kommenden Jahren drastisch abnehmen. PSA habe sich in Wahrheit vor allem Kunden gekauft. Im Entwicklungszentrum arbeiten rund 8.000 Mitarbeiter. Man müsse davon ausgehen, dass dies nicht die letzte Aktion zur Profitabilitätsverbesserung sein werde, so Dudenhöffer. Da hilft auch die Aussage nichts, das Zentrum werde weiterhin Opel-Modelle entwickeln. Der Verkauf könnte bis Jahresende unter Dach und Fach gebracht werden. "Den Rest macht Frankreich".

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