Chinas Gegenzölle auf US-Produkte ab sofort in Kraft

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Das Handelsministerium betonte, China habe nicht den ersten Schuss in dem Handelskonflikt mit den USA abgefeuert.

Die USA haben im eskalierenden Handelskonflikt mit China weitere Zölle auf Importe von Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar eingeführt. Auch droht den Europäern, zwischen die Fronten zu geraten. Sein Land werde sich "Drohungen und Erpressung" nicht beugen. "China wird gezwungen sein, zurückzuschlagen". Das Land werde seine Kerninteressen verteidigen. Die chinesischen Machthaber liessen sich nicht lange bitten und belegten ihrerseits Einfuhren aus den USA, die im vergangenen Jahr einen Handelswert von 29,6 Mrd.

Zunächst kämen die Zölle für Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar zum Einsatz, sagte US-Präsident Donald Trump wenige Stunden vor dem Inkrafttreten der Zölle gegen China. US-Präsident Donald Trump drohte am Donnerstag damit, schlussendlich Zölle auf chinesische Güter im Wert von über 500 Milliarden Dollar erheben zu können. Er begründet die Zölle mit Technologiediebstahl. Chinas hatte schon im Vorfeld Vergeltung in gleicher Höhe angekündigt, mit Zöllen etwa auf Sojabohnen und Schweinefleisch. Damit wären alle Ausfuhren aus China in die USA betroffen. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben hält die genauen Folgen des Handelskonflikts zwischen den USA und China für noch nicht abschätzbar.

Warum führt Trump Sonderzölle ein? Neben China geriet vor allem die Europäische Union ins Blickfeld. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte über ihren Regierungssprecher am Freitag, dass sie bereit sei, über einen Abbau von Autozöllen zu sprechen.

Die kurzfristigen Auswirkungen auf Europa und Österreich könnten leicht positiv ausfallen, sagte Kocher. "Und dann bedeuten die Zollverhandlungen zur Senkung von Zöllen, wozu ich bereit wäre, dass wir das nicht nur mit den Vereinigten Staaten von Amerika machen können". Sonst drohe ein Verstoß gegen WTO-Regeln. Falls die Bauern wegen Trumps Handelskrieg zu stark leiden, dürften die Republikaner Wähler verlieren. Die Regierung in Peking denke darüber nach, die von den Zöllen besonders hart betroffene Branchen zu stützen. Mexiko zielt auf Produzenten von Schweinebauch.

In den USA wächst indes die Sorge, dass sich die Handelspolitik des Präsidenten für die eigene Wirtschaft als Nachteil entpuppen könnte. Eine Bestellung von 180 Airbus-Flugzeugen sei bereits aufgeschoben, damit Peking möglicherweise mehr beim US-Hersteller Boeing kaufen kann.

Die Führung in Peking kritisierte die Einführung massiver Strafzölle seitens der USA scharf: Washington beginne damit den "größten Handelskrieg der Wirtschaftsgeschichte". "Es wird befürchtet, dass, egal wie sich der Konflikt weiter entwickelt, europäische Unternehmen zu den Verlierern gehören werden", hieß es. Bei den deutschen Exporteuren geht nun die Furcht um, dass die Weltwirtschaft durch den Konflikt der Handelsgiganten Schaden nimmt. Auch BMW ist betroffen. Doch werden sie mit den neuen Vergeltungsmaßnahmen auf 40 Prozent wieder angehoben.

Ob China oder die USA am meisten unter einem Handelskrieg zu leiden haben, ist unter Experten umstritten. Die US-Wirtschaft lebt zu zwölf Prozent vom Export, Chinas Wirtschaft sogar zu 20 Prozent.

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