Treffen in Berlin: US-Botschafter bietet Autobossen offenbar Lösung im Zollstreit an

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Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat den deutschen Autobauern eine Lösung im Streit um drohende Strafzölle unterbreitet. Die Regierung in Washington sei bereit, komplett auf Zölle auf Autos zu verzichten, wenn die Europäer dies auch täten, sagte Grenell laut der Zeitung bei einem Treffen in der US-Botschaft am Mittwoch in Berlin.

Bereits am 6. Juni habe es ein Gespräch zwischen Grenell und führenden Automanagern am Rande einer Vorstandsitzung des Verbands der Automobilwirtschaft gegeben, berichtete das "Handelsblatt".

Grenell habe erklärt, er sei von seinem Präsidenten Donald Trump beauftragt worden, eine Lösung mit Deutschland und der EU zu suchen, berichtete das deutsche "Handelsblatt" unter Berufung auf Teilnehmerkreise.

In Handelsfragen ist die EU alleiniger Verhandlungspartner, die einzelnen Mitgliedstaaten wie Deutschland können keine Einzelabsprachen treffen.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums wollte den Bericht nicht kommentieren. An der Zusammenkunft nahmen den Angaben zufolge unter anderem die Vorstandsvorsitzenden Krüger, Zetsche und Diess teil sowie namentlich nicht genannte Chefs großer Autozulieferer. In Industriekreisen war anschließend von einem positiven Zeichen die Rede: "Man spricht miteinander, man ist im Dialog", hieß es.

Diese Nachricht wurde am 04.07.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Im Handelsstreit mit der Europäischen Union (EU) bearbeiten die USA einem Medienbericht zufolge nun die deutschen Autobauer. Die USA seien zu einem Verzicht auf Autozölle, wenn auch die EU darauf verzichte. Die EU erhebt zehn Prozent Zoll für importierte US-Autos.

US-Präsident Trump hatte mit Zöllen auf Autos und Autoteile gedroht. In dem Fall könnte sie Strafmaßnahmen verhängen.

Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Das würde insbesondere deutsche Herstelle schwer treffen.

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