Diskonter verbannt Einwegprodukte aus Plastik aus Regalen

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Neben Lidl verkündete auch Rewe am Mittwoch, Einwegplastik-Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Dadurch könnten in den rund 6000 Märkten der Marken Rewe, Penny und Toom Baumarkt pro Jahr 42 Millionen Einweg-Trinkhalme eingespart werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Köln mit.

Plastiktrinkhalme und weitere Einwegartikel aus Plastik wie Becher, Teller, Besteck und Wattestäbchen will Lidl Österreich bis Ende 2019 aus den Regalen seiner mehr als 230 Filialen verbannen und durch Produkte aus alternativen und recycelbaren Materialien ersetzen.

Vor allem Plastikteller, Plastikbesteck und das Wegwerfprodukt Trinkhalm stehen im Fokus der Händler. Rewe verkauft allerdings weniger als ein Prozent aller Plastikhalme in Deutschland - Cafés, Bars und Clubs beziehen die Plastikware in der Regel von Großlieferanten.

Rewe begründet den Schritt damit, dass Plastikhalme klassische Wegwerfprodukte seien, die durchschnittlich nur 20 Minuten genutzt würden, bevor sie im Müll landeten. Sie gehörten außerdem zu den Artikeln, die weltweit am häufigsten als Müll an Stränden angeschwemmt würden. Ab Frühjahr 2019 will der Konzern dann Alternativen aus Papier, Weizengras oder Edelstahl anbieten.

Die Umstellung auf die nachhaltigeren Produkte soll nach und nach erfolgen.

Bereits Anfang 2018 hatten einige Lebensmittelketten in Deutschland angekündigt, Plastikverpackungen in Supermärkten drastisch zu reduzieren.

Auch Möbel-Gigant Ikea hatte schon angekündigt, ab 2020 auf Einwegplastik zu verzichten.

Restbestände würden ab sofort nach und nach abverkauft, hieß es.

Rewe und Lidl kommen mit ihren Initiativen gesetzlichen Regelungen zuvor. Die Kommission hatte Ende Mai eine umfassende Anti-Plastik-Strategie vorgestellt, nach der Einweg-Plastikgeschirr und -Besteck, Strohhalme, Wattestäbchen und Luftballonhalter aus Plastik verboten werden sollen.

Die Richtlinie muss allerdings noch vom Europaparlament und dem Europäischen Rat angenommen werden. Die Kommission möchte noch vor der Europawahl im Mai 2019 greifbare Ergebnisse präsentieren.

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