Wirtschaft, Handel & Finanzen: Zehntausende demonstrieren in Wien gegen Zwölf-Stunden-Tag

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Dies schließt die Möglichkeit ein, freiwillig länger zu arbeiten: bis zu zwölf Stunden pro Tag und bis zu 60 Stunden in der Woche. Unterstrichen wurde das mit "Nein zum 12-Stunden-Tag" beziehungsweise "Nein zur 60-Stunden-Woche"-Stickern, T-Shirts und Luftballons".

Es ist eine riesige Demonstration für österreichische Verhältnisse. Nach Angaben der Polizei gingen 80.000 Menschen auf die Straße, die Gewerkschaften sprachen von 100.000 Teilnehmern.

Der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, Katzian, erklärte, man werde mit allen Mitteln Widerstand leisten.

Österreichs Regierung will die Höchstarbeitszeit ausweiten. Seine Organisation hatte zu dem Protestmarsch aufgerufen. Dessen Regierung sieht die Lockerung der erlaubten Stundenzahl als Maßnahme an, um Unternehmen mehr Flexibilität zu ermöglichen. Am generellen 8-Stunden-Tag und der 40-Stunden-Woche solle aber nicht gerüttelt werden, versichert die Regierung. Das Parlament in Wien will die Neuregelung der Arbeitszeiten am kommenden Donnerstag beschließen. Streit gab es in den vergangenen Wochen vor allem darüber, ob Arbeitnehmer einen Grund angeben müssen, wenn sie nicht mehr als zehn Stunden am Tag arbeiten wollen. Unter dem Druck der Opposition hatte die Regierung ihren ursprünglichen Gesetzentwurf abgeschwächt. Nachdem die beiden Regierungsparteien ÖVP und FPÖ zurückgerudert sind, sollen die Arbeitnehmer nun ohne Gründe die Mehrarbeit verweigern können.

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