Tesla schafft 5000 Model-3-Autos in einer Woche

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Tesla befindet sich nach Meinung von Experten am Scheideweg: Vom Erfolg der Serienfertigung beim Model 3 hängt ab, ob sich das Unternehmen mit seinen rund 40.000 Beschäftigten vom unrentablen Nischenplayer zum profitablen Automobilhersteller wandeln kann.

Autobauer Tesla stellt pro Woche 5000 preisgünstigere Elektrowagenmodelle her und hat damit die Zielmarke von Konzernchef Elon Musk erreicht. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert Musik aus der Mail mit den Worten: "Ich denke wir sind jetzt ein echter Autokonzern". "Es war ziemlich hektisch", sagte ein Werksarbeiter. Ein weiterer Arbeiter berichtete von "einer großen Feier", als das letzte Auto fertig produziert worden war. Hätte Tesla sie wieder verfehlt, wäre das ein Schlag für das Ansehen des Firmenchefs und auch für den Aktienkurs gewesen.

Tesla hatte lange Zeit mit Produktionsproblemen beim Model 3 zu kämpfen, so dass Elon Musk sich schließlich selbst um Verbesserungen kümmerte. Er übernachtete zeitweise sogar in der Fabrik, um Schwachstellen in der automatisierten Produktion zu beheben. So seien eine neue Generalmontagelinie in einem Zelt aufgebaut und der Transport ganzer Produktionslinien in riesigen Frachtflugzeugen organisiert worden.

Dave Sullivan, Produktanalyse-Manager bei der Marktforschungsfirma AutoPacific, zeigte sich indes wenig beeindruckt von Teslas Leistung. Tesla baute unter anderem eine zusätzliche Montagelinie in einem Zelt neben dem Fabrikgebäude im kalifornischen Fremont auf, um das Ziel zu erreichen. Erst im Mai konnte die Zahl der produzierten Fahrzeuge auf 3.500 Model 3 pro Woche verbessert werden. "Ich denke nicht, dass es die einmalige Produktion von 5000 etwas ist, dass einen in Begeisterung versetzen sollte - es sei denn, es lässt sich wiederholen".

Tesla bietet zudem neue Bestelloptionen für das Model 3, etwa eine Doppelmotorvariante und eine weiße Innenraumausstattung. Das Unternehmen hat noch nie einen Jahresgewinn vermeldet. Investoren an der Wall Street, die die Tesla-Aktie auf 340 Dollar pro Stück gedrückt haben, werden angesichts der Verluste ungeduldig.

Das Unternehmen drohe, kein frisches Geld für die Abdeckung von Betrieb, Kapitalausgaben und Verbindlichkeiten in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar zu haben, warnte Moody's Investor Service.

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