Kampf gegen steigende Ölpreise - Trump: Saudi-Arabien will Ölproduktion hochfahren

Einstellen Kommentar Drucken

Irans oberster geistlicher Führer Ajatollah Ali Chamenei warf den USA am Samstag vor, durch Druck auf die Wirtschaft die Iraner gegen ihre Führung aufbringen zu wollen. Das waren 94 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 75 Cent auf 73,40 Dollar. Bei der Suche nach dem Auslöser für die ungewöhnlich starken Bewegungen am Rohstoffmarkt verwiesen Händler auf eine Twitter-Nachricht von US-Präsident Donald Trump. Der US-Präsident fügte hinzu: "Preise zu hoch!"

In einer später veröffentlichten schriftlichen Stellungnahme des Weißen Hause ist die Lesart jedoch differenzierter. Trump schrieb auf Twitter, er habe den saudiarabischen König gebeten, die Ölproduktion seines Landes um bis zu zwei Millionen Barrel zu erhöhen, um Ausfälle infolge "der Turbulenzen und Störungen im Iran und Venezuela" auszugleichen.

Hintergrund von Trumps Bemühungen sind die aus seiner Sicht zu hohen Ölpreise.

Erst vor rund einer Woche hatte sich die Opec auf eine Erhöhung der Ölproduktion ab Juli verständigt. Eine Ausweitung der Ölproduktion von Saudi-Arabien wurde jedoch nicht erwähnt.

Die Mitgliedstaaten der Opec einigten sich auf eine Steigerung der Fördermenge um rund eine Million Barrel pro Tag. Im Nachrichtendienst Shana legte Irans Vertreter bei der OPEC, Kazempour Ardebili, Saudi-Arabien nahe, im Fall einer Erhöhung der Förderung die OPEC zu verlassen. Saudi-Arabien produziert nach OPEC-Angaben derzeit rund zehn Millionen Barrel Erdöl pro Tag.

Nach Angaben der NOC beläuft sich der Produktionsverlust auf rund 850.000 Barrel pro Tag. Fachleute weisen dagegen auch auf Angebotsengpässe in vielen wichtigen Förderländern hin und sehen zudem eine Mitverantwortung Tumps. Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh erklärte, Trump sei mit seinen Sanktionen gegen den Iran und Venezuela für den hohen Ölpreis verantwortlich.

Das US-Außenministerium hatte am Dienstag alle Länder, darunter die Großkunden China und Indien, aufgerufen, iranische Ölimporte bis zum 4. November einzustellen. Anderenfalls würden Sanktionen verhängt, wie es nach der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran im Mai durch die US-Regierung angekündigt worden war.

Comments