EZB-Etappensieg: Euro-Inflationsrate im Juni bei 2,0 Prozent

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Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Juni über die von der EZB angestrebte Marke von knapp zwei Prozent gesprungen.

Petrol pumps of a petrol station are seen in Dortmund, Germany January 22, 2016.

Als Preistreiber erwies sich Energie, die sich um 8,0 Prozent verteuerte. Die sogenannte Kernrate sank von 1,1 auf 1,0 Prozent. Das ist die höchste Rate seit Februar 2017.

Steigende Energie- und Lebensmittelpreise verzerren aber das Ergebnis. Im April waren die Lebenshaltungskosten um 1,9 Prozent gestiegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine jährliche Steigerungsrate des Preisniveaus von mittelfristig unter, aber nahe zwei Prozent an. Sie betrachtet diese Zielmarke als ideal für die Wirtschaft, konnte sie aber lange Zeit nicht erreichen. Die sogenannte Kerninflation, die nur die Teuerung einer begrenzten Auswahl an Gütern und Dienstleistungen etwa ohne die oft stark schwankenden Energiepreise berücksichtigt, schwächte sich dagegen etwas ab.

Für die EZB sind die Nachrichten deshalb kein Grund zur Freude. "Die Leitzinsen bleiben mindestens bis zum Sommer 2019 unangetastet", sagte Chef-Volkswirt Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. Sie hat in der Vergangenheit regelmäßig auf die schwache Kernrate verwiesen und damit ihre extrem lockere Geldpolitik begründet. Über den Kauf von Wertpapieren sollen dann insgesamt 2,6 Billionen Euro ins Finanzsystem geflossen sein, um die Inflation anzuheizen. Gleichzeitig will die EZB für günstige Finanzierungsbedingungen sorgen, um die Wirtschaft anzuschieben.

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