Ab sofort gilt die Lkw-Maut auch auf allen Bundesstraßen

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Zum Start der Lkw-Maut auf allen Bundesstraßen am 1. Juli haben sich Niedersachsens Kommunen zu Wort gemeldet: Sie wollen ein Stück abhaben vom Kuchen.

Deutschlandweit wächst das gebührenpflichtige Netz damit von einem Tag auf den anderen von 15.000 auf 52.000 Kilometer. Seit Sonntag wird für Laster ab 7,5 Tonnen jedoch auf allen 39.000 Kilometern der Bundesstraßen die Gebühr fällig.

Bislang galt die Mautpflicht für Lkw nur auf Autobahnen und einem kleinen Teil des Bundesstraßen-Netzes. Abzüglich der Kosten für den Systembetrieb ist das Geld für Investitionen in die Strassen reserviert. Da etwa acht Prozent der Bundesstrassen in der Regie der jeweiligen Länder liegen, bekommen sie den entsprechenden Einnahme-Anteil. Die Ausdehnung auf alle Bundesstrassen hatte noch die vorige grosse Koalition beschlossen. Der Betreiber schaltete dafür in seinem System ein Streckenmodell mit 140 000 Tarifabschnitten aktiv, das auch kurzfristige Änderungen wie Baustellen abbildet. Der Städte- und Gemeindebund sieht durch die Maut für Bundesautobahnen und -fernstraßen auch eine bessere Finanzierungsgrundlage für den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur. Daneben gibt es 300 Kontrollbrücken an Autobahnen. Das Transportgewerbe protestiert scharf gegen die Mehrbelastungen und warnt vor höheren Preisen für Verbraucher. Die Bundesregierung rechnet dagegen nicht damit.

Zur Zukunft des Lkw-Mautsystems stehen wichtige Entscheidungen an. Knapp 60 Kontrollsäulen wurden nach Angaben der Toll Collect GmbH landesweit aufgestellt, die im Auftrag des Bundes die Säulen betreibt. Dann gehen dessen Anteile zunächst für sechs Monate an den Bund. Noch in diesem Jahr soll ein neuer Betreiber den Zuschlag bekommen, der dann ab 1. März 2019 den Mautbetrieb übernimmt.

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