Steinmeier erinnert an Opfer des deutschen Vernichtungsfeldzugs in Weißrussland

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"Ich versichere Ihnen, wir werden diese Verantwortung auch gegen jene verteidigen, die sagen, sie werde abgegolten durch verstrichene Zeit". Gauland, der AfD-Fraktionschef im Bundestag, hatte Anfang Juni gesagt: "Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte". Der Ort, von der deutschen Wehrmacht als "Lebensraum im Osten" in Besitz genommen, sei "ein Ort des Todes" gewesen, sagte Steinmeier. Man dürfe nicht vergessen, dass das verantwortungslose Wort auch zur verantwortungslosen Tat führen könne.

Minsk. In Weißrussland erinnert nun eine Gedenkstätte an den größten nationalsozialistischen Vernichtungsort in der damaligen Sowjetunion.

Diese Nachricht wurde am 29.06.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Südlich der weißrussischen Hauptstadt Minsk haben die Staatspräsidenten Österreichs, Deutschlands und Weißrusslands einen Gedenkort auf dem Boden der früheren Vernichtungsstätte Malyj Trostenez eröffnet. Dort ermordeten die deutschen Besatzer von 1942 bis 1944 laut Schätzungen zwischen 50000 und 250000 Menschen, vor allem Juden. Der Erinnerungsort soll an die vielen Tausend Opfer der NS-Herrschaft erinnen, die hier während des Dritten Reichs erschossen, vergast oder auf andere Weise umgebracht wurden. Neben Steinmeier nimmt auch der österreichische Bundespräsident Alexander van Bellen an der Gedenkfeier teil. Für den zweiten, jetzt eingeweihten Teil stellte das Auswärtige Amt 500 000 Euro zur Verfügung, weitere 500 000 kamen von der Deutschen Kriegsgräberfürsorge und von Spendern aus Deutschland.

Es ist die erste Reise eines Bundespräsidenten in die ehemalige Sowjetrepublik, die heute von Präsident Alexander Lukaschenko autoritär regiert wird.

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