Laut "Washington Post": USA wollen ihre 35'000 Soldaten aus Deutschland abziehen

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Die "Washington Post" hatte am Freitag berichtet, zu den möglichen Optionen gehöre eine Rückkehr eines Großteils der rund 35.000 in Deutschland stationierten Soldaten in die USA oder die Verlegung des gesamten oder eines Teils des Kontingents nach Polen. Eine Schlüsselstelle dafür, dass in der Bewertung der Kosten mehr als Routine zu sehen, ist im Washington-Post-Artikel die Schilderung der Beunruhigung von - anonymen - europäischen Vertretern ("word of the assessment has alarmed European officials"). Ganz sicher auch daran, dass es für die Relevanz einer Zeitung, hier der Washington Post, die eifriger denn je Leser zu einem Abonnement drängt, wichtig ist, internationale Schlagzeilen zu machen.

Ein Sprecher des Pentagons dementierte einen geplanten Abzug. Irgendwann früher im Jahr soll Trump über die Dimension der US-Präsenz in Deutschland erstaunt gewesen sein und einen Rückzug laut erwogen haben.

Zuvor habe Trump während eines Treffens mit militärischen und politischen Beratern sein Interesse an einem Abzug der US-Truppen aus Deutschland bekundet.

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats (NSC) erklärte, dass das Verteidigungsministerium dem NSC keinen Auftrag für die Analyse einer Neupositionierung der Truppen in Deutschland erteilt habe. Wir sind unseren Nato-Alliierten und der Allianz tief verpflichtet. Polen sähe bekanntlich gern die Stationierung einer US-Division, vorzugsweise eine Panzerdivision, auf seinem Boden.

Trump hatte das Bündnis allerdings in der Vergangenheit immer wieder scharf kritisiert und unter anderem als "überflüssig" bezeichnet. Es handelt sich um das größte Kontingent außerhalb der Vereinigten Staaten.

Aus Diplomatenkreisen hieß es, dass die Bundesregierung zu den Empfängern des schriftlichen Appells zählt, der von Trump selbst unterzeichnet worden sei. Dabei verlangte er vor allem von Deutschland, Frankreich und Spanien, die 2014 getroffene Vereinbarung zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erfüllen.

Neben den USA haben die zwei Prozent Verteidigungsausgaben bisher nur Griechenland, Großbritannien und Estland erreicht.

Kurz zuvor hatte bereits das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtet, dass sich Trump beim G7-Gipfel Anfang Juni in Kanada hinter verschlossenen Türen abfällig über die Nato geäussert habe.

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