Tv-Übertragung: Auch ARD will eine weibliche Stimme am Mikrofon

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Die ZDF-Moderatorin hat das Spiel Iran gegen Portugal kommentiert und in den Schlussminuten keine Glanzleistung hingelegt: Als Iran in der Nachspielzeit um ein Haar den entscheidenden Treffer gelandet hätte, der Portugal hätte aus dem Turnier werfen können, kam von ihr zu wenig.

Vor und nach den Spielen spielen Frauen übrigens durchaus eine Rolle in der Fußballberichterstattung der deutschen Sender. Regelmäßig brechen im Netz Häme und frauenfeindliche Kritik über sie herein - beim Spiel am Montagabend zwischen Portugal und Iran war es ähnlich.

In anderen Ländern sind Kommentatorinnen auch heftiger Hetze im Netz ausgesetzt. "Wir akzeptieren natürlich Kritik, auch bei den Kommentatoren - was aber bei Claudia Neumann passiert, sprengt alle Grenzen", sagte er.

Während die ganze Welt im Fußballfieber ist, fokussieren sich einige Fans der WM 2018 in Deutschland offenbar lieber auf etwas anderes: Für die weibliche Spielkommentatorin Claudia Neumann gab es nach ihren ersten Einsätzen für das ZDF einen gehörigen, sexistischen Shitstorm im Netz. So setzt der norwegische Rundfunk NRK auf Lise Klaveness als Kommentatorin. "Manche drehen da im Netz völlig durch, das ist unterste Schublade". Die 54 Jahre alte Journalistin war zuletzt in den sozialen Medien hämisch und frauenfeindlich beleidigt worden. In Großbritannien teilt die BBC-Kommentatorin Sparks die gleichen Erfahrungen. Im Radio ist es für viele Hörer übrigens inzwischen normal, wenn eine Frauenstimme ein Bundesligaspiel kommentiert - etwa Sabine Töpperwien, Sportchefin bei WDR2.

Nachdem sich schon der ZDF-Sportchef hinter sie gestellt hatte, bekommt sie nun prominenten Zuspruch vom Deutschen Olympischen Sportbund. Sie fordern: Mehr weibliche Stimmen im Fußball.

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