Wartezeitquote für Medizinstudienplätze soll abgeschafft werden

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Ausschlaggebend sollen weiterhin die Abiturnoten sein. Darauf einigten sich die Kultusminister der Länder zum Abschluss ihrer Konferenz am Freitag in Erfurt.

Die Vergabe von Plätzen für ein Medizinstudium nach Wartezeit soll nach dem Willen der Kultusminister der Länder wegfallen. Mindestens 20 Prozent der Studienplätze sollen an die Abiturbesten vergeben werden, hieß es in einer Mitteilung der KMK vom Freitag. Ein weiteres Fünftel wird nach Wartezeit vergeben - 14 bis 15 Semester. Die übrigen 60 Prozent der Plätze können die Hochschulen in einem eigenen Auswahlverfahren verteilen. Die Abiturnote bleibt aber auch dabei immer maßgeblich.

Dieses Auswahlverfahren der Hochschulen soll auch künftig nicht grundsätzlich geändert werden.

Neben den Abiturnoten sollen nach dem Willen der Länder künftig noch zwei weitere "eignungsbasierte" Kriterien bei der Vergabe von Medizinplätzen eine Rolle spielen.

Der Beschluss ist eine Reaktion auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Dezember vergangenen Jahres. Ob die Wartezeit in anderen Quoten berücksichtigt werden kann, soll demnach geprüft werden. Nach Angaben von Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) soll es eine sogenannte Talentquote geben, die die besondere Eignung von Studienplatzanwärtern auch unabhängig von der Abiturnote einbezieht. Karlsruhe hatte damals entschieden, dass das Verfahren zur Vergabe von Medizinstudienplätzen teils verfassungswidrig ist und bis Ende 2019 neu geregelt werden muss. Die Karlsruher Richter störten sich dabei nicht grundsätzlich an der hohen Bedeutung der Abiturnote.

Das Gericht monierte auch, dass die Abiturnoten in den Ländern annähernd vergleichbar sein müssten. Die KMK räumte aber ein, dass das neue System und vor allem der Datenaustausch mit den Hochschulen aus technischen Gründen bis dahin noch nicht komplett funktionieren würden.

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