Trump relativiert Menschenrechtsverbrechen in Nordkorea

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US-Präsident Donald Trump und der nordkoranische Machthaber Kim Jong Un haben sich auf die ersten Schritte in Richtung atomare Abrüstung geeinigt.

Unterdessen feierte die nordkoreanische Staatsagentur KCNA mit einem Tag Verspätung den "historischen Gipfel" von Singapur. Dabei ist er allerdings auf das Ende der internationalen Isolation angewiesen.

Nach dem historischen Gipfel in Singapur hat US-Präsident Donald Trump die nordkoreanische Führung gelobt.

Die USA fordern die völlige, unumkehrbare und überprüfbare Abrüstung des gesamten nordkoreanischen Nukleararsenals. Darin bekennt sich Nordkorea zur atomaren Abrüstung.

Haben Trump und Kim die Welt mit Treffen sicherer gemacht? Dagegen stellt ein UN-Menschenrechtsbericht von 2014 über Nordkorea fest, dass die Schwere, das Ausmaß und die Art der Menschenrechtsverletzungen einen Staat zeigten, "der keine Parallele in den heutigen Welt hat". Präsident Obama sagte, Nordkorea sei unser grösstes und gefährlichstes Problem.

Angesprochen auf die mehr als 100.000 politischen Gefangenen, die laut UN in Kims Lagern Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgesetzt seien, sagte Trump, dass es auch anderswo ruppig zugehe. Im Gegenzug garantieren die USA für die Sicherheit des kommunistischen Landes und setzen ihre gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea aus. Experten und Verbündete warten aber noch auf Details zu der als vage kritisierten Vereinbarung. Als Gegenleistung bietet Trump unt. Trump verteidigte den Schritt am Mittwoch auf Twitter. Sollte dies tatsächlich eintreten, wäre dies nach Auffassung vieler Kommentatoren eine enorme Konzession der USA gegenüber dem Machthaber in Pjöngjang. Das Treffen von gleich zu gleich hat für Nordkorea immensen symbolischen Wert. Sie sprachen vom Beginn einer neuen Beziehung zwischen Nordkorea und den USA, die sich offiziell noch immer im Krieg befinden. Doch Trumps Zugeständnis, auf die gemeinsamen Militärübungen zu verzichten, muss auch ihn überrascht haben. Die Medien legten zudem nahe, dass Trump eine Aufhebung der Sanktionen im Verlauf künftiger Verhandlungen in Aussicht gestellt habe. "Es war nicht einfach, hierher zu kommen", sagte Kim, als sie sich zu einer persönlichen Unterredung nur mit Übersetzern in der Bücherei des Hotels niederließen.

Die USA und Nordkorea wollten auf eine "anhaltende und stabile" Friedenslösung für die koreanische Halbinsel hinarbeiten, hieß es weiter in dem Papier. Trump und Kim hätten nun die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben: "Wenn Trump die vollständige Denuklearisierung der Halbinsel erreichen kann und Kim Nordkorea Wohlstand bringen kann, ist es eine große Leistung für beide".

Maas sieht angesichts der bisherigen Politik Nordkoreas daher gute Gründe, der Gipfelvereinbarung mit den USA zu misstrauen. Südkorea leiste seinen Beitrag, "aber nicht 100 Prozent". Auch in Tokio rief das Sorgen hervor. US-Außenminister Pompeo sagte in Seoul, die Denuklearisierung werde "ganz bestimmt" bis zum Ende der derzeitigen Amtszeit von Trump erfolgen. Zuvor hatte Südkoreas Präsident Moon Jae-in nach Angaben eines Sprechers angekündigt, man ziehe eine Pause bei den Militärmanövern zur Vertrauensbildung mit Nordkorea in Erwägung.

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