USA wollen nukleare Abrüstung in Nordkorea bis Ende 2020

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Nach langen diplomatischen Krisenjahren nähern sich nun die USA und Nordkorea immer weiter politisch an.

Die USA wollen die gemeinsamen Militärmanöver mit ihrem Verbündeten Südkorea beenden. Anders als es die Sprunghaftigkeit vor allem Donald Trumps hätte erwarten lassen, sei die Gipfel-Vereinbarung das Ergebnis "orthodoxer Diplomatie, mühsam ausgearbeitet von einem Stab höherer Beamter". Das war das erste Treffen der Staatsoberhäupter der USA und Nordkoreas.

Kim Jong Un und Donald Trump: Nach vielen Jahrzehnten erbitterter Feindschaft trafen sich der aktuelle Chef von Nordkoreas kommunistischer Herrscherfamilie und ein amtierender US-Präsident erstmals persönlich.

"Es gibt keine Grenzen dessen, was NoKo (Nordkorea) erreichen kann, wenn es seine Atomwaffen aufgibt und stattdessen Handel und Zusammenarbeit mit der Welt aufgreift", schrieb Trump. Kim sei ein sehr talentierter Mann, erklärte Trump. Präsident Obama sagte, Nordkorea sei unser grösstes und gefährlichstes Problem. Der Preis, den US-Präsident Trump dafür gezahlt hat, ist allerdings äußerst hoch: Er hat den härtesten Diktator unter dieser Sonne nicht nur salonfähig gemacht, er hat sich dazu in seinen eigenen Worten ‚die Ehre gegeben' und Kim auch noch nach Washington eingeladen. In dem gemeinsam unterzeichneten Gipfeldokument erklärt er sein "festes und unerschütterliches Bekenntnis" zu einer umfassenden atomaren Abrüstung.

Trump stellte einen baldigen Friedensschluss in Korea in Aussicht. "Die Vergangenheit muss nicht die Zukunft definieren". Der Nordkorea-Konflikte müsse nicht zu einem Krieg in der Zukunft führen. Er sagte nicht, wie das in dem abgeriegelten Polizeistaat vonstatten gehen könnte.

In der Erklärung fehlt indes zunächst jede zeitliche Festlegung. Zugleich bekräftigte er den Stopp der gemeinsamen amerikanisch-südkoreanischen Militärmanöver.

Die nordkoreanische Staatsführung bekannte sich seinerseits zu einer vollständigen Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Mit ihren Treffen hätten Kim und Trump "Geschichte geschrieben". Allerdings seien die Menschenrechte im Vergleich zur atomaren Abrüstung nur "verhältnismäßig kurz" Thema gewesen.

Schon zuvor hatte Trump dem nordkoreanischen Machthaber euphorisch gedankt - ebenso per Nachricht auf Twitter. "Das Dokument sagt wenig, das entweder neu oder bahnbrechend ist, abgesehen von den unvermeidlichen Verweisen auf den historischen Charakter des Treffens". Man habe eine "sehr besondere Verbindung aufgebaut".

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