Pierin Vincenz wurde aus der U-Haft entlassen

Einstellen Kommentar Drucken

Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ist wieder auf freiem Fuss.

Hat wieder gut lachen: Pierin Vincenz durfte das Zürcher Untersuchungshaftgefängnis nach über dreieinhalb Monaten verlassen. Nach 106 Tagen ist er wieder auf freiem Fuss, wie der "Blick" berichtet. "Die Untersuchungshaft gegen die zwei Beschuldigten wurde am 12. Juni aufgehoben", schreibt die Zürcher Staatsanwaltschaft in einer Medienmitteilung. Die aufwendige Untersuchung sei dank intensiver Ermittlungen bereits weit fortgeschritten, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Pierin Vincenz bestätigt, dass er aus der Untersuchungshaft entlassen worden ist: "Was ich in den letzten Wochen erlebt habe, wünsche ich niemandem", lässt er Medien gegenüber verlauten. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Die Eröffnung des Strafverfahrens kam für mich völlig überraschend. "Die Untersuchungshaft war aus meiner Sicht unnötig und ihre Länge völlig unverhältnismässig", sagte Vincenz weiter. Die im Rahmen des Strafverfahrens gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestreite er nach wie vor und werde sich mit allen Mitteln dagegen wehren. "Die Ermittlungen gegen sämtliche Beschuldigten sind nach wie vor im Gange", betonte die Staatsanwaltschaft. Weitere Auskünfte würden aus Rücksicht auf das laufende Strafverfahren derzeit nicht erteilt werden.

Vincenz wusste sehr genau, was in der Aussenwelt vor sich ging. Nach Bekanntwerden der Untersuchungen reichte Raiffeisen ebenfalls eine Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Chef ein. Ein Verfahren gegen Vincenz hatte die Finma im letzten Dezember eingestellt, nachdem dieser sich zu einem lebenslangen Verzicht auf Führungspositionen in der Finanzbranche verpflichtet hatte. Mit drei Übernahmen - Investnet, Comtrain und Eurokaution - ist die Zürcher Staatsanwaltschaft beschäftigt, um die übrigen dreht sich eine interne Untersuchung von Raiffeisen.

Vincenz wird vorgeworfen, bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und sich persönlich bereichert zu haben. Ähnliches soll bei der Kreditkartenfirma Aduno geschehen sein. Zwei Jahre später wurde diese mit Aduno, die zu gut einem Viertel von Raiffeisen kontrolliert wird, fusioniert. Beide waren Verwaltungsräte der Aduno.

Neben Vincenz wurde auch sein ehemaliger Geschäftspartner Beat Stocker freigelassen. Auch er hatte sich zuvor an Commtrain beteiligt.

Vincenz und dessen Geschäftspartner waren am 27. Februar in Untersuchungshaft versetzt worden.

Dass er laut Medienberichten täglich 23 Stunden eingesperrt und nur eine Stunde Freigang pro Tag gehabt haben soll, ist jedoch falsch.

Comments