Höchstes Niveau seit Finanzkrise: US-Notenbank hebt Leitzins an

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Die US-Notenbank Fed strafft erneut die Zügel und will die Zinsen 2018 noch zwei Mal anheben. Der Schlüsselsatz, zu dem sich Banken gegenseitig kurzfristige Kredite geben, steige um 0,25 Punkte auf eine Spanne von nun 1,75 bis 2,00 Prozent, teilte die Fed in Washington mit.

Zuletzt hatte es vor zehn Jahren und damit noch vor dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise eine Zwei vor dem Komma gegeben. In ihrem Ausblick signalisierten die Währungshüter zwei weitere Schritte nach oben. Bislang hatten sie für 2018 nur insgesamt drei Erhöhungen avisiert. "Dass das Zinsniveau jetzt wieder auf dieser Höhe angelangt ist, sagt etwas darüber aus, wie stark sich die US-Wirtschaft von der Finanzkrise erholt hat", sagte Ökonom Nathan Sheets vom Vermögensverwalter PGIM. Die Fed, die Vollbeschäftigung anstrebt, ist mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 3,8 Prozent de facto am Ziel. Die Fed strebt eigentlich eine Rate von zwei Prozent an. Die Wirtschaft dürfte angesichts der wirtschaftlichen Erholung weitere "graduelle Leitzinsanhebungen" benötigen, heißt es in einem Kommentar zur jüngsten Zinsanhebung. Um die Investoren auf den zunehmend strafferen Kurs vorzubereiten, strich die Fed eine Passage aus ihrem Text.

Die US-Notenbank hebt die Zinsen erneut an. Die US-Notenbank fährt damit einen deutlich strafferen Kurs als die Europäische Zentralbank, deren Leitzins für den Euroraum noch bei null Prozent liegt.

Die EZB wird heute (Donnerstag) auf ihrer Ratssitzung in Riga möglicherweise eine wichtige Weiche in Richtung einer weniger expansiven Geldpolitik stellen.

Die Fed erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA in diesem Jahr um 2,8 Prozent wachsen wird.

Der Beschluss für die Zinserhöhung fiel einstimmig. Dies deutet auf zwei weitere Zinssteigerungen bis Dezember hin. "Die Fed begleitet die steigende Inflation und den rund laufenden Arbeitsmarkt mit Zinserhöhungen".

Die Fed handele unter Powell wie jede verantwortungsvolle Zentralbank bei steigender Überhitzungsgefahr der Konjunktur, sagte Ökonom Friedrich Heinemann vom Mannheimer Forschungsinstitut ZEW. Die Zinserhöhungen sind dabei auch eine Antwort auf ‚Trumpenomics'. Die Fed reagiert damit auf den anhaltenden Wirtschaftsaufschwung in den USA, der durch die Steuerreform von Präsident Trump noch befeuert werden könnte.

Die Notenbank begründete den zweiten Zinsschritt in diesem Jahr am Mittwoch mit der guten Lage der Konjunktur und des Arbeitsmarkts. Seit dem Kurswechsel Ende 2013, als sie die Drosselung ihrer damaligen Anleihenkäufe bekanntgab, haben die US-Aktienmärkte kräftig zugelegt. Und die Notenbank ist nahe an ihrem Inflationsziel dran.

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