TV-Star Jochen Schropp im stern: "Ich bin schwul"

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Jochen Schropp kennt man unter anderem als Moderator von "Promi Big Brother" bei Sat.1 oder der Show "Schätzen Sie mal" im Ersten. Doch er habe damals Angst gehabt, diesen Schritt zu machen. Eigentlich wollte er sich schon vor mehreren Jahren outen, hat dann aber "kalte Füße bekommen".

Im anschließenden Interview mit dem "stern" offenbart Schropp dann auch, dass ihm seine ehemalige Schauspielagentur vom Coming-Out abgeraten hatte: "Ich bin halt kein Charakterdarsteller, sondern eher auf den Schwiegersohn oder den Herzensbrecher abonniert" - und diese Parts würde er als öffentlich Schwuler eben nicht mehr bekommen, so seine Agentur. Mir wurde gesagt: "Mach das lieber nicht, es wird dir schaden".

Dem "Stern" ließ Schropp einen persönlichen Brief zukommen, in dem er ganz offen über seine Mobbing-Erfahrungen in der Schulzeit, die Rolle seiner Eltern und sein Motiv hinter dem Outing erzählt.

Lange schon wissen Freunde und Kollegen über Jochens Homosexualität Bescheid. In seinem inneren Kreis ist es längst kein Geheimnis mehr, dass er schwul ist. Er sei gemobbt worden. Das wohl Schlimmste für den jungen Mann: Seine Mutter griff nach seinem Outing im Elternhaus zu "Selbsthilfebüchern, von anderen Müttern mit schwulen Söhnen - was ja auch schon krass ist, dass es zu dem Thema Selbsthilfebücher gibt!" "Ich solle darüber stehen, ich sei ja nicht schwul. Ich werfe das meinen Eltern nicht vor, sicher waren sie selbst überfordert damit, mich zu beruhigen". Es sei ihm sogar schwer gefallen, sich selbst so zu akzeptieren: "Diese Scham, anders und nicht genug zu sein, begleitet mich bis heute". An die Öffentlichkeit ging er nun trotzem, denn: "Ich bin mittlerweile mit mir selbst im Reinen und weiß, wer ich bin". Ich werde dieses Jahr 40.

Doch nun möchte sich Jochen Schropp nicht mehr verstecken.

Jochen ist aber vor allem wichtig, mit seinem Coming-out auch anderen Menschen Mut zu machen, denselben Schritt zu wagen: "Wir kommen bei dem Thema nur weiter, wenn Leute den Mund aufmachen".

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