Streit mit Griechenland beigelegt: Mazedonien bekommt neuen Namen

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Es sei eine gute Lösung - Griechenlands Ministerpräsident Tsipras hat eine Einigung im Namensstreit mit Mazedonien verkündet.

"Unsere Nachbarn werden den Namen Republik Nord Mazedonien (slawisch: Severna Makedonija) haben", sagte Tsipras am Dienstag in einer Ansprache, die das griechische Staatsfernsehen übertrug. Das teilte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras nach Gesprächen mit seinem mazedonischen Amtskollegen Zoran Zaev mit. Außerdem stärke der nun vereinbarte Fahrplan "die fortschrittlichen Kräfte" in Mazedonien, sagte ein Regierungsmitglied dem SPIEGEL. "Wir haben eine Einigung", sagte er dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopulos während eines vom Fernsehen übertragenen Treffens.

Die griechische Seite wollte hingegen nicht akzeptieren, dass der nördliche Nachbarstaat, der 1991 im Zuge des Zerfalls von Jugoslawien entstanden war, sich wie die gleichnamige Region in Griechenland als "Mazedonien" bezeichnet. Stoltenberg rief beide Länder auf, das Abkommen umzusetzen.

Athen befürchtet spätere Gebietsansprüche des nördlichen Nachbarn und blockiert bislang dessen Beitrittsprozesse zu EU und Nato. In einer ersten Reaktion sprach Oppositionschef Hristijan Mickoski von der nationalistischen VMRO-DPMNE von "Kapitulation" und "schwerem Exhibitionismus auf Kosten des Volkes". Danach soll es im Herbst ein Referendum über den neuen Namen geben. Auch die Parlamente in Mazedonien und Griechenland müssen die Übereinkunft ratifizieren.

EU-Ratspräsident Donald Tusk begrüßte die Einigung. Er drücke nun für die Umsetzung die Daumen.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprachen in Brüssel von einer "historischen Vereinbarung". Ein entscheidendes Hindernis für die Annäherung Skopjes an die EU und Nato sei damit aus dem Weg geräumt. Athen wirft Skopje vor, eine Politik des Irredentismus zu betreiben - es werde versucht, mit derselben Ethnie besiedelte Gebiete in einen Staat mit festen Territorialgrenzen zusammenzuführen. Griechenland lehnt den Landesnamen Mazedonien ab, weil seine im Norden liegende Provinz ebenfalls so heisst.

Der Konflikt reicht ins Jahr 1991 zurück, als sich die bisherige jugoslawische Teilrepublik für unabhängig erklärte und sich den Namen Mazedonien gab. Als Uno-Mitglied firmiert das Land bislang unter dem Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM).

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