Migration: Merkel erteilt Kurz-Modell einer "Achse der Willigen" eine Absage

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Das sagte Seehofer auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kurz am Mittwoch.

Seehofer kommentierte die "Achse der Willigen" nach dem Treffen nicht explizit.

Die rechtsgerichtete Regierung in Wien will Flüchtlinge gar nicht erst in die EU einreisen lassen. Merkel hatte sich am Dienstag mit Kurz getroffen.

Bei einem Telefonat mit Italiens Innenminister Matteo Salvini habe er eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Terror und Zuwanderung vereinbart.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hofft in der Debatte über eine Sicherung der EU-Außengrenzen auf eine "Achse der Willigen".

Kurz erklärte: "Wir brauchen eine Achse der Willigen".

Bei seinem Auftritt im Innenministerium bekräftigt Seehofer noch einmal seine Haltung.

Kurz äußerte sich nach einem Treffen mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in Berlin. Diesen Vorschlag erörterten Kurz und Seehofer in ihrem Gespräch in Berlin. Sie griffen ihn ausdrücklich positiv auf und kündigten die Zusammenarbeit der Innenminister Italiens, Deutschlands und Österreichs auf regionaler Ebene an. Ziel sei es, so Kurz vor Journalisten, "die illegale Migration weiter zu reduzieren". Kurz nennt Seehofer "geschätzter Herr Innenminister" und präzisiert, es gehe etwa darum, die Grenzschutzagentur Frontex zu stärken.

Horst Seehofer hat es sich in den Kopf gesetzt, Migranten an der deutschen Grenze zurückzuschicken, wenn sie schon in einem anderen Land der EU einen Asylantrag gestellt haben. Österreich übernimmt am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft.

Über den unionsinternen Streit über eine Zurückweisung von Flüchtlingen an der deutschen Grenze wollte Seehofer nichts sagen. "Das würde die Binnengrenzkontrollen überflüssig machen", erklärte der Innenminister.

Kurz wies auf neue Flüchtlingsbewegungen hin. Derzeit seien in Griechenland wieder verstärkt Ankünfte von Flüchtlingen zu verzeichnen. Wien habe zugesagt, "dass wir Polizisten schicken werden".

Gemeinsam habe man auch über die immer stärker frequentierte Migrationsroute über Albanien gesprochen. Auf die Frage, ob ein solches Aufnahmezentrum in Albanien eingerichtet werden könnte, sagte Kurz dem ORF: "Wir werden sehen".

Vor ein paar Tagen hätte die Lesart des Besuchs von Kurz bei Seehofer auf der Hand gelegen: Da treffen sich zwei, die vor allem eins verbindet - die Kritik an der Flüchtlingspolitik Angela Merkels. Mit dabei sein sollen auch die Ministerpräsidenten von Hessen und Bayern, Volker Bouffier (CDU) und Markus Söder (CSU), wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Regierungskreise berichtete. Abgelehnte Asylbewerber sollten schneller wieder zurückgeschickt werden.

Seehofer bestätigte erneut, dass er wegen eines Textes einer Teilnehmerin abgesagt hatte.

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