Einige gesetzliche Kassen übernehmen Kosten der HPV-Impfung bei Jungen

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Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung gegen humane Papilloma-Viren (HPV) nun auch für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU) übernimmt die Kosten der HPV-Impfung für Jungen.

"Das wurde auch höchste Zeit!", kommentierte Nobelpreisträger zur Hausen die STIKO-Entscheidung in einem aktuellen Interview mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Krebsformen im Mund- und Rachenraum und am Darmausgang sowie die sogenannten Genitalwarzen können ebenfalls durch eine Infektion mit dem HP-Virus verursacht werden. "Die HPV-Impfung für beide Geschlechter ist eine echte Krebsprophylaxe", betonte Riemann. Heute hat sich Altersempfehlung nach unten verschoben: 9 bis 14 Jahren sind nach Angaben der Stiko optimal. Für Jungen und Männer waren die Impfstoffe von Anfang an ebenfalls zugelassen. Daher ist bislang nur ein verschwindender Bruchteil der Jungen gegen die krebserregenden HPV geschützt.

Zur Hausen schätzt, dass etwa 85 Prozent aller Jugendlichen geimpft sein müssten, um die Infektionskette zu durchbrechen. Ob dies allerdings in Deutschland erreicht werden kann, bezweifelt der Wissenschaftler.

Die HPV-Impfung wird verhältnismäßig wenig in Anspruch genommen. Eltern, die ihre Söhne umgehend impfen lassen möchten, sollten bis dahin eine mögliche Kostenübernahme direkt mit ihrer Krankenkasse besprechen. Der Gemeinsame Bundesausschuss wird dann auch die Kostenübernahme der Impfung durch die gesetzliche Krankenversicherung klären. Laut Epidemiologischem Bulletin des Robert Koch Instituts aus dem Januar 2018 waren Ende 2015 nur ein Drittel der fünfzehnjährigen Mädchen (31,3 Prozent) vollständig geimpft. "Es gibt ja schon seit langem eine ganze Reihe an zwingenden Gründen dafür, auch Jungs zu impfen: Das offensichtlichste Argument ist, dass in nahezu allen Kulturen die jungen Männer mehr Sexualpartner haben als Frauen der gleichen Altersgruppe".

"Wir wollen den Kampf gegen Krebs in Deutschland entscheidend voranbringen", erklärten Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, und Dieter Schröder, Vorsitzender des Verwaltungsrats.

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