USA heben Sanktionen gegen Nordkorea trotz Treffen nicht auf

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist grundsätzlich zu einer "vollständigen" atomaren Abrüstung bereit, hat sich aber nicht auf einen konkreten Fahrplan festgelegt.

Nach dem Eklat am Wochenende auf dem Gipfel der sieben großen Industrienationen (G7) in Kanada stand Trump zusätzlich unter Druck, einen Erfolg vorzuweisen. Bislang ist jedoch noch nicht klar, ob Kim unter dem Begriff der Denuklearisieurung das gleiche versteht wie Trump. Der CDU-Politiker sagte der Funke-Mediengruppe, es sei äußerst unwahrscheinlich, dass Nordkorea sein Atomwaffenprogramm aufgebe. Das Weiße Haus veröffentlichte den Text im Netz.

Auch für Nordkorea steht viel auf dem Spiel: Das kommunistische Land hofft neben starken Sicherheitsgarantien und Wirtschaftshilfe auf eine Aufhebung der scharfen Sanktionen, die die Vereinten Nationen und auch die USA auch einseitig als Reaktion auf seine Atom- und Raketentests verhängt haben.

- Die neuen Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea sollen zum Frieden und Wohlstand der koreanischen Halbinsel und der Welt beitragen.

Ein Zeitplan oder spezifische Schritte wurden in dem eher vagen Dokument nicht erwähnt. Trump begründete dies anschließend damit, dass "keine Zeit" gewesen sei. Der Prozess der "Denuklearisierung" werde nun aber "sehr, sehr schnell" beginnen. Die Welt werde "eine größere Veränderung" erleben, sagte er. Für Trump, der damit über seine Vorgänger, wohl vor allem über Obama triumphieren will, hat sich das Verhältnis zu Nordkorea entscheidend gegenüber der Vergangenheit verändert. Russlands Vizeaußenminister Rjabkow verlangte aber, die Gespräche müssten nun im bewährten Sechser-Format unter Einbeziehung Pekings und Moskaus fortgesetzt werden. Von Drohungen wolle er vorerst absehen. Trump kündigte an, die "sehr provokanten" und "sehr teuren" US-Militärmanöver mit Südkorea zu beenden. "Es liegen Herausforderungen vor uns, doch wir werden mit Trump zusammenarbeiten", sagte Kim vor dem Treffen.

Nach Angaben von Trump wurden beim Treffen auch Menschenrechtsfragen behandelt. Kim antwortete, Trump und er hätten "alles überstanden", um den Gipfel Wirklichkeit werden zu lassen. Einzelheiten nannte er allerdings nicht. Trump hat schon einiges erreicht, etwa die Freilassung von drei Geiseln, braucht einen weiteren Erfolg aber dringlicher als Diktator Kim, für den das Treffen an sich schon eine enorme Aufwertung ist. Der Korea-Krieg war 1953 mit einem Waffenstillstand zu Ende gegangen, ein Friedensabkommen wurde nie unterzeichnet. Dass Kim mit einem chinesischen Flugzeug nach Singapur reiste, zeigt symbolhaft, dass ohne Peking nichts geht im Konflikt mit Nordkorea.

Trump fasste seinem Gegenüber in einer freundschaftlichen Geste zwei Mal kurz an die Schulter, beide blicken vor jeweils sechs Flaggen ihrer Länder in die Kameras. Auf dem Gipfel könnte eventuell verkündet werden, dass die USA als ersten Schritt zunächst eine Vertretung in Pjöngjang einrichten könnte.

Auch Trump äußerte sich positiv. "Das ist eine große Sache", sagte der US-Präsident. Trump drohte Kim zudem mit der totalen Vernichtung Nordkoreas.

Völlig überraschend nahm Trump dann aber im März eine Einladung Kims an.

Der in nordkoreanischer Haft erkrankte und später in den USA gestorbene Student Otto Warmbier ist nach Ansicht von US-Präsident Trump nicht vergebens gestorben.

Während Trump den Vortag größtenteils im Hotel verbrachte, zeigte sich Kim, der die letzten Jahre Nordkorea nur dreimal verlassen hatte, bei einem Abendspaziergang am futuristischen Hafen, machte ein Selfie mit Singapurs Außenminister und wurde in der Hotellobby wie ein Popstar beklatscht. Nie zuvor war ein amtierender amerikanischer Präsident mit einem Führer des isolierten Landes zusammengetroffen.

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