Österreich: Parlamentarierinnen verlassen aus Protest den Saal

Einstellen Kommentar Drucken

Bei seiner Vereidigung am Montag kam es jedoch zum Eklat.

Österreichs ehemaliger Grünen-Chef Peter Pilz ist wieder Abgeordneter.

Pilz, ein Gründungsmitglied der österreichischen Grünen, hatte sich nach internen Querelen vor der Wahl von der Partei abgespalten.

Der 64-Jährige hatte wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung zunächst auf sein Mandat verzichtet, sich Anfang des Jahres aber umentschieden. Als Zeichen des Protests verließen jedoch fast alle weiblichen Abgeordneten bei seiner Vereidigung den Saal. Auch alle männlichen Abgeordneten blieben demnach im Plenarsaal.

Pilz soll 2013 im betrunkenen Zustand eine Frau unsittlich berührt haben. Pilz gab an, sich nicht erinnern zu können.

Der prominente Oppositionspolitiker, der vor der Nationalratswahl 2017 die Grünen verlassen und eine eigene Liste gegründet hatte, zog nach Bekanntwerden der Vorwürfe aus eigenem Wunsch nicht ins Parlament ein. "Diese Aktion nehme ich nur seitens der SPÖ ernst, denn wenn es darum geht, Frauenarmut zu bekämpfen, dann steht keiner der ÖVP- oder FPÖ-Abgeordneten bei der Abstimmung auf", kommentiert Pilz die Anti-Seximus-Aktion.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Juni 2018 um 12:00 Uhr.

Comments