Seehofer - Tatverdächtiger im Mordfall Susanna wieder in Deutschland

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Laut Medienberichten hat er die Tat zugegeben und soll ausgeliefert werden.

Ali B., dem die Tötung der 14-jährigen Susanna aus Mainz vorgeworfen wird, ist vom Irak nach Deutschland überstellt worden. Das meldete der kurdisch-irakische TV-Sender Rudaw am Freitagabend unter Berufung auf einen lokalen Polizeioffizier.

Zu einem Rücktransport des Verdächtigen gab es von Bundes- und Landesministerien sowie von der Bundespolizei am Samstag zunächst keine Stellungnahmen. In Handschellen und von mehreren Beamten begleitet wurde er in das Polizeipräsidium gebracht, wo er noch in der Nacht zu den Vorwürfen gegen ihn befragt werden solle. Behördenchef Romann, der laut "Bild" selbst in der Maschine war, sagte, den "außergewöhnlichen Einsatz" von Bundespolizei und kurdischen Sicherheitsbehörden sei man "auch der Mutter des toten Kindes schuldig". Bundespolizisten hatten Ali B.am Samstag an Bord einer Lufthansa-Maschine aus der nordirakischen Stadt Erbil zurück nach Deutschland gebracht. Außerdem sei er kein Deutscher, weshalb die Bundesrepublik "ihm gegenüber keinerlei Verpflichtungen mehr" habe. Das hatte Bundesinnenminister Seehofer am Freitag bekanntgegeben. Er dankte den kurdischen Sicherheitskräften. Mit dem Irak besteht kein Auslieferungsabkommen. Weil er wollte, dass ein Prozess hier in Deutschland stattfinden sollte. "Das ist jetzt kein Einzelfall mehr", sagte die Ethnologin der Deutschen Presse-Agentur. Zu dem konkreten Fall könne sie aber nichts sagen. Weder vor der deutschen Gesellschaft, noch vor Frauen oder Polizisten. Es sei gut, dass der mutmaßliche Täter gefasst worden sein.

Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft hatte ein kompliziertes Verfahren erwartet. Susanna war zwei Wochen lang vermisst worden. Mördern droht im Irak die Todesstrafe. Vom Bundesjustizministerium war keine Stellungnahme zu erhalten.

Zuvor war bekanntgeworden, dass trotz unterschiedlicher Namen in den Ausweispapieren und auf der Bordkarte Ali B.

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Bei der grenzpolizeilichen Ausreisekontrolle sei ein Abgleich von Flugticket und Pass nicht vorgesehen, teilte die Bundespolizei am Freitag in Potsdam mit. Im Rahmen der Luftsicherheitskontrolle sei ein derartiger Abgleich ebenfalls "derzeit rechtlich nicht möglich". "Die vorgelegten Dokumente waren echt, gültig und berechtigten zur Ausreise", erklärte das Bundespolizeipräsidium. "Die Lichtbilder stimmten mit den Personen überein", hieß es.

Ali B. habe ausgesagt, dass er mit Susanna befreundet war und in Streit geraten sei.

Die Bundespolizei verteidigte unterdessen die Kontrollen am Flughafen Düsseldorf bei der Ausreise des Verdächtigen und sieben weiteren Familienmitgliedern.

In Deutschland beschäftigt der Mordfall an der 14-jährigen Susanna Ermittler, Justiz und Öffentlichkeit. "So kann das Ermittlungsverfahren schnell vorangetrieben werden". "Wir müssen wissen, wer sich als Asylbewerber in unserem Land aufhält und wer es gegebenenfalls auch verlässt". Die hessische Landeshauptstadt und Mainz, die Heimatstadt von Susanna, sind Nachbarstädte, sie trennt nur der Rhein. Die Umstände der Tat sind ungeklärt - zu den Ermittlungen gibt es offene Fragen. Sie sprach von einem "abscheulichen Mord" und plädierte für eine entschiedene Ahndung solcher Straftaten. Politiker warnen nun vor einer Instrumentalisierung des Verbrechens.

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