Handelsstreit: Trump schlägt zollfreie G7-Zone vor - Händedruck-Duell mit Macron

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Alle anderen gegen den US-Präsidenten, dessen Gesichtsausdruck durchaus an ein bockiges Kind erinnert. Die anderen Beteiligten scheinen genervt, verdrehen die Augen.

Eklat am G7-Gipfel: Was ist passiert?

Zufall oder nicht: Den Moment gibt es auch aus anderer Perspektive. "Diese Vereinbarung ist eine gute Nachricht und zeigt den gemeinsamen Wunsch, die Dinge zu stabilisieren", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Alle gegen Trump - das passt zu diesem ungewöhnlichen Treffen.

Mit einem dicken Lob für einen "enorm erfolgreichen" Gipfel ist Donald Trump aus Kanada abgereist. Seine Volte begründete er damit, dass Kanada weiter Gegenzölle auf die von ihm verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium plant.

Trump hat in der Vergangenheit auch schon häufig mit ungewöhnlichen - und von Etikette-Experten als äußerst unhöflich eingestuften - Handschlägen, nicht nur mit Macron, für Aufsehen gesorgt: Einmal schüttelt er sehr aggressiv, einmal lässt er einfach nicht los, dann zieht er sein Gegenüber mit einem Ruck zu sich, oder er tätschelt die fremde Hand zusätzlich mit seiner Linken. Deshalb habe er seine Mitarbeiter angewiesen, das Kommuniqué nicht zu unterstützen. Donald Trump hatte zuvor noch auf dem Gipfel darauf hingewiesen, dass die Zollbelastung für Importe in Kanada und der EU insgesamt deutlich höher sei als in den USA - selbst nach Berücksichtigung der jüngsten Strafmaßnahmen aus Washington.

US-Präsident geht am Samstag an Bord der "Air Force One", um nach Singapur zu fliegen.

Stuttgart - Im Streit um die Abschlusserklärung des G7-Gipfels hat das Weiße Haus dem kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau Heimtücke vorgeworfen. Diese sollten den gleichen Umfang haben wie die Zölle, "welche die Amerikaner uns ungerechtfertigterweise auferlegt haben".

Nach dem überraschenden Rückzug Trumps wies Trudeaus Büro die Anschuldigungen seitens der USA zurück. Die EU zeigte sich dennoch unbeirrt. "Wir halten an dem Communiqué fest, so wie es von allen Teilnehmern vereinbart wurde", sagte ein Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk in der Nacht zu Sonntag der Nachrichtenagentur DPA.

Und aus Paris gab es geradezu eine Gegenattacke auf den US-Präsidenten: Die internationale Kooperation dürfe nicht von Wutausbrüchen Einzelner abhängig sein, hieß es aus der Regierung Macron.

Russlands Präsident Wladimir Putin spottete offen über die G7, die sein Land in ihrer Abschlusserklärung aufgefordert hatten, destabilisierende Handlungen zu beenden. "Ich glaube, nun müssen wir uns den konkreten Fragen einer realen Zusammenarbeit zuwenden". Nachdem US-Präsident Donald Trump der von allen G7-Staaten verabschiedeten Gipfelerklärung nachträglich seine Unterstützung entzogen hatte, legten seine Berater am Sonntag nach und machten Kanadas Premierminister Justin Trudeau mit neuen Beleidigungen für das Fiasko verantwortlich.

Russland war 2014 wegen der Annexion der Krim aus den G8 ausgeschlossen worden. Mit den sehr allgemeinen Bekenntnissen zum Abbau von Zöllen und Subventionen sowie zu multilateralen Handelsregeln konnte Trump auch gut leben - zumal es ihm gelang, die Forderung nach Reform der von ihm gescholtenen Welthandelsorganisation (WTO) festschreiben zu lassen.

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