Die DSGVO bedroht das Geschäft der Schufa

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Laut der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) haben Verbraucher aber einen Anspruch auf eine kostenlose elektronische Auskunft, welche Daten ein Unternehmen über sie gespeichert hat. Das kann sich nach dem Willen eines Datenschutzbeauftragten ändern. Es ist aber fraglich, ob die Informationspraxis der Wirtschaftsauskunftei mit der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) übereinstimmt: Wer direkt online Einsicht etwa in die persönliche Kreditwürdigkeit und die zugehörigen Score-Werte nehmen will, muss dafür auf der Plattform eine einmalige Einrichtungsgebühr von 9,95 Euro zahlen, dazu kommen mindestens für ein Jahr Zusatzkosten in Höhe von 3,95 Euro monatlich. Zuerst hatte die "Welt" darüber berichtet. Allerdings hat die Firma bei ihem "MeineSchufa"-Service auch ein Verfahren, das auch bei einer kostenlosen Auskunft problemlos einsetzbar wäre". Bisher war das auf einmal jährlich begrenzt.

Ein wichtiger Teil des Geschäftsmodells der Schufa könnte sich durch die neuesten gesetzlichen Regelungen schlichtweg in Luft auflösen. Deshalb schicke sie die Auskunft an die Post-Adresse, bei der sie sich sicher sei, dass sie stimme. Gratis ist bei der Schufa aber nur eine "jeweils einmalige" Herausgabe einer "Datenkopie" in Papierform, was sich in sich widersprüchlich anhört. Bis zu einem Ergebnis könne es noch mehrere Wochen dauern.

Die Schufa widersprach zudem der Vorstellung, dass eine elektronische Auskunft bedeutend schneller sein müsse als eine postalische. Laut Gesetz hat sie nämlich vier Wochen Zeit dafür.

Behörde ist informiert Denn im Artikel 15 der DSGVO heißt es im Bezug auf ein Auskunfts-Ersuchen: "Stellt die betroffene Person den Antrag elektronisch, so sind die Informationen in einem gängigen elektronischen Format zur Verfügung zu stellen, sofern sie nichts anderes angibt". So dürfen beispielsweise Vermieter diese Art der Auskünfte laut Bundesdatenschutzbeauftragtem gar nicht anfordern, weil sie zu detailliert sind. Doch einen kostenlosen Download aller Daten bieten die Wiesbadener immer noch nicht an.

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