Ministerium will HIV-Selbsttests frei zugänglich machen

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Der HIV-Selbsttest für alle soll insbesondere die Leute mit einbeziehen, die trotz umfangreicher Testangebote derzeit nicht erreicht werden können.

Die Deutsche Aids-Hilfe begrüßt die Pläne der Regierung, HIV-Selbsttests frei verkäuflich für jedermann zugänglich zu machen.

Die Deutsche Aids-Hilfe sprach von einem wichtigen Fortschritt.

Berlin (ots) - Erleichterung des HIV-Tests / "Bescheid wissen lohnt sich!" "Da Selbsttests von Menschen angewendet werden, die einen autonomeren Weg der Testung wünschen und sich bislang gar nicht oder nicht regelmäßig testen lassen, erhöht sich durch die Abgabe der Selbsttests die Wahrscheinlichkeit, dass Infektionen zu einem früheren Zeitpunkt erkannt und behandelt werden und dadurch die Weitergabe von Infektionen verhindert wird", heißt es im Referentenentwurf aus dem Gesundheitsministerium, der den Funke-Zeitungen vorliegt. Wie andere übliche Verfahren auch, weist der Selbsttest nicht HIV direkt nach, sondern Antikörper gegen das Virus. Manche Menschen scheuen sich, in einer Arztpraxis, im Gesundheitsamt oder in einem Checkpoint der Aidshilfe danach zu fragen. Andere schöben den Test vor sich her.

Denn heute sei klar: "Je früher man von seiner HIV-Infektion erfährt, desto besser", so Urban. Von den 3.700 HIV-Diagnosen im Jahr 2016 erfolgten 1.100 erst, als bereits eine Aids-Erkrankung oder ein schwerer Immundefekt aufgetreten war, also viel zu spät.

In Frankreich und Großbritannien sind die HIV-Tests für zu Hause schon zu haben. Wer den Selbsttest durchführen wolle, solle sich vorher gut über geeignete Fabrikate informieren. Bei Selbsttest liegt das diagnostische Fenster bei zwölf Wochen.

Begleitende (anonyme) Beratung durch Angebote der Aidshilfen ist persönlich, telefonisch und per E-Mail sowie für schwule Männer auch im Live-Chat möglich. (Links zu Informationen und Beratungsangeboten siehe unten).

12.700 Menschen leben unwissentlich mit HIVZurzeit leben in Deutschland nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts rund 12.700 Menschen unwissentlich mit HIV.

"Um Spätdiagnosen zu vermeiden, brauchen wir möglichst vielfältige passgenaue Testmöglichkeiten für verschiedene Zielgruppen".

"Auch die Angst vor Diskriminierung im Falle eines positiven Test-Ergebnisses lässt Menschen vor dem Test zurückschrecken".

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