IWF und argentinische Regierung vereinbaren Finanzhilfe

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Die Regierung von Präsident Mauricio Macri argumentiert hingegen, die jetzt vereinbarten Hilfen seien ein Sicherheitsnetz gegen neue Krisen.

"Wir sind überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dass wir eine Krise vermieden haben", sagte Finanzminister Nicolás Dujovne auf einer Pressekonferenz in Buenos Aires. Beim Primärsaldo wird der Schuldendienst für Kredite nicht berücksichtigt.

Hintergrund des Antrags der argentinischen Regierung ist der Verfall der Landeswährung sowie der Abzug von Geldern durch viele Anleger. "Wir begrüßen die Absicht der Behörden, das Tempo zu beschleunigen, mit dem sie das Defizit verringern, und das Primärgleichgewicht bis 2020 wiederherzustellen", erklärte IWF-Chefin Christine Lagarde. Der IWF wolle einen Beitrag leisten, indem er finanzielle Unterstützung bereitstelle, die das Vertrauen des Marktes stärke und es Argentinien ermögliche, Schwachstellen zu beseitigen. Der frei schwebende Peso wurde im Mai um rund 25 Prozent abgewertet. Bei dem Versuch, die Abwertung zu bremsen, verlor die Zentralbank des lateinamerikanischen Staates rund zehn Milliarden Dollar an Devisenreserven.

Bloomberg zufolge wird Argentinien 30 Prozent der Mittel ein oder zwei Tage nach der Vorstandssitzung des Fonds am 20. Juni zur Verfügung haben, und in einer typischen IWF-Rettungsaktion werden Austeritätsmaßnahmen für das ehemals reichste Land Lateinamerikas verhängt: als Teil des Abkommens wird das Land nun ein Haushaltsdefizit von 1,3 Prozent des BIP im Jahr 2019 und 2,7 Prozent in diesem Jahr anstreben, wobei ein ausgeglichenes Haushaltssaldo für 2020 angestrebt wird.

2017 betrug das um den Schuldendienst bereinigte Primärdefizit Argentiniens 3,9 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Etatkürzungen sollen nicht die Sozialausgaben für die ärmeren Bevölkerungsschichten treffen. Sie sollen in den nächsten drei Jahren mindestens den aktuellen Anteil am Bruttoinlandsprodukt behalten, teilten der IWF und die argentinische Regierung übereinstimmend mit. Die entsprechende Kreditvereinbarung soll über drei Jahre laufen. Die Inflation konnte jedoch bislang nicht unter zweistellige Jahresraten gedrückt werden. Nach dem Anstieg der Wirtschaftsleistung 2017 mit einem Plus von 2,9 Prozent hat die Regierung auch angesichts der bevorstehenden Sparvorhaben die Konjunkturerwartungen für 2018 stark gesenkt.

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