Aktie stürzt ab:Deutsche Post senkt Prognose und kündigt Sparprogramm an

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Am Freitag kappte das Bonner Unternehmen seine Jahresgewinnprognose um rund eine Milliarde Euro - was den Kurs der Post-Aktie stark unter Druck setzt. Um wie viele Beamte es hier geht und wie viele Stellen letztlich wegfallen werden, wollte Appel noch nicht abschätzen.

Im letzten Geschäftsjahr (31. Dezember 2017) verbuchte das Bonner Logistik- und Postunternehmen 60,444 Milliarden Euro Umsatz und 3,74 Milliarden Euro Gewinn (EBIT) ("data driven news").

Die eingeleiteten Schritte in der Division "Post - eCommerce - Parcel", für die Appel nach der Umsetzung von Vorstand Jürgen Gerdes kommissarisch selbst zuständig ist, sollen die mittelfristige Planung der Post bis 2020 sichern: ein operatives Ergebnis von mindestens fünf Milliarden Euro. Auch bei den Paketpreisen will die Post zulegen, sprach dabei aber nur über die Preise für Geschäftskunden.

Indirekte Kostensenkungen: Angesichts des kontinuierlichen Rückgangs der Briefvolumina wird der Konzern die Fixkostenbasis nachhaltig reduzieren. Der ausgewiesene Free Cashflow des Konzerns werde sich damit im Gesamtjahr 2018 (ohne die fremdfinanzierte Erneuerung der interkontinentalen Express-Flugzeugflotte) noch mindestens auf mehr als eine Milliarde Euro belaufen. Durch den höheren Bedarf an Personal und Transportkapazitäten in ungewöhnlich engen Arbeits- und Transportmärkten sind aber auch die Kosten stark gestiegen. "Aus dem Grunde sehen wir uns insgesamt deutlich steigenden Kosten gegenüber, die uns ohne ausgleichende Preise dieses Jahr vor erhebliche Herausforderungen stellen". Die Sparte war zwar schon länger das große Sorgenkind der Post, weil das Briefgeschäft durch den Siegeszug der E-Mail und anderer elektronischer Kommunikationswege jedes Jahr weiter schrumpfte.

Mit den angekündigten Maßnahmen will die Post sicherstellen dass die Sparte vor allem in den beiden Jahren 2019 und 2020 wieder eine positive Gewinnentwicklung präsentieren kann

Der Konzern dreht deshalb auch an der Preisschraube für die Verbraucher. Bei den Briefen wird derzeit über Steigerungen beim Standardbrief von 70 auf dann 80 Cent ab Januar 2019 spekuliert. Die Post nannte dazu am Freitag keine Zahlen. Bereits zum 1. Juli werden Bücher- und Warensendungen teurer, kündigte die Post vor Wochen an. Preiserhöhungen beim lizenzierten Brief kann die Post aber auch nicht alleine entscheiden, sondern die Bundesnetzagentur muss sie genehmigen. Sie sind frühestens im kommenden Jahr möglich.

Paket- und Briefsparte sollen produktiver werden / Vorzeitiger Ruhestand für verbeamtete Postler. Auch in einem wettbewerbsintensiven Markt machen allgemeine Kostensteigerungen preisliche Anpassungen erforderlich. "Das tut uns in diesem Jahr sehr weh", sagte er gegenüber der Presse.

Die Deutsche Post DHL Group gibt sich optimistisch, die bisherige EBIT-Prognose für 2020 halten zu können. Dazu werde der Unternehmensbereich PeP voraussichtlich einen Ergebnisbeitrag von rund 1,7 Milliarden Euro leisten.

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