Handelsstreit mit den USA:EU plant ab Juli Vergeltungszölle

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Die Strafabgaben werden ab Juli in Kraft treten, wie EU-Vizekommissar Maros Sefcovic sagte. Insgesamt werden die Zölle auf US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro erhoben - die Strafzölle der USA dagegen betreffen EU-Waren mit einem Wert von satten 6,4 Milliarden Euro.

Die USA erheben seit dem 1. Juni 25 Prozent Zoll auf Stahl- sowie zehn Prozent auf Aluminium-Importe. Es handle sich um eine "maßvolle und sinnvolle Antwort auf die unilaterale und illegale Entscheidung der USA".

Die Kommissare fällten den Beschluss während ihres wöchentlichen Treffens. Die Gegenmaßnahmen könnten sich auf eine Reihe von US-Produkten von Orangensaft bis hin zu Bourbon-Whiskey erstrecken. Der Jack-Daniel's-Hersteller Brown Forman fürchtet deswegen bereits negative Auswirkungen auf sein Geschäft: "Die Wettbewerbslage in den Industrieländern bleibt weiterhin intensiv, ganz zu schweigen von den Sorgen über mögliche Vergeltungstarife für amerikanische Spirituosen", so der Konzern.

Die EU schlägt im transatlantischen Handelstreit mit den USA zurück.

Europa will es bei seinen Vergeltungsmassnahmen aber nicht bei einer Runde belassen: In einer zweiten Phase könnten ab 2021 weitere US-Produkte im Wert von 3,6 Milliarden Euro getroffen werden - darunter Rückspiegel für Autos, Touch-Screens sowie Sicherheitsglas. Die US-Regierung hatte ihre Schritte mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet.

Die Maschinenbauer in Deutschland fordern von der Bundesregierung, sich offensiver als bisher für einen freien Welthandel einzusetzen.

Kanzlerin Angela Merkel kündigte am Mittwoch im Bundestag an, beim kommenden G7-Gipfel den Schulterschluss der EU-Staaten mit Japan und Kanada zu suchen. Zudem sieht Kanada eine Verletzung des Freihandelsabkommens Nafta mit den USA und Mexiko. Auch Mexiko und Kanada, größter Stahllieferant der USA, sind betroffen. Sie haben 2017 fast eine halbe Million Fahrzeuge in die USA exportiert.

Bewegung kommt Insidern zufolge in den Handelsstreit zwischen den USA und China. Dazu gehörten zusätzliche Einfuhren von Agrarerzeugnissen und einigen Industriegütern.

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