Blindgänger-Verdacht Evakuierung in Delmenhorst angelaufen

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Er soll an diesem Freitagmittag entschärft oder, wenn dies nicht möglich ist, kontrolliert gesprengt werden. Es bestehe keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. In einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz berichteten Oberbürgermeister Axel Jahnz, Feuerwehrchef Thomas Stalinski, Katastrophenschutz-Stabsleiterin Petra Gerlach und Polizei-Einsatzleiter Carsten Hoffmeyer am Mittwoch über die Lage, die es in dieser Form in Delmenhorst noch nie gab. In einem Radius von rund 1000 Metern werden alle Gebäude geräumt und die Menschen in dafür vorbereitende Unterkünfte gebracht.

Betroffen ist von dem Schutzgebiet auch der Bahnhof Heidkrug, an dem ab Freitag, 8 Uhr, erst einmal kein Zug mehr halten wird.

Die Evakuierung ist verpflichtend. Voraussichtlich dauert die Sperrung bis mindestens 14 Uhr. Danach soll die Bombe unschädlich gemacht werden oder gegebenenfalls auch abtransportiert werden.

►Die Stadt richtet ein Bürgertelefon ein: Unter 04221 - 99 16 00 können sich zum Beispiel Bürger melden, die das Evakuierungsgebiet nicht selbstständig verlassen können. Sofern das nicht möglich ist, können Betroffene ein weißes Tuch sichtbar ins Fenster hängen. Betroffen sind von den Maßnahmen auch zwei Kitas, eine Grundschule sowie ein Altenheim, die entsprechend darauf vorbereitet wurden. Die Delbus-Linie 201 endet bereits an der Haltestelle Feldstraße, die in den Lübecker Weg verlegt wird, die Linie 204 endet in der Lüneburger Straße. Die Müllabfuhr kann am Freitag im Stadtosten nicht stattfinden. Sie befinden sich an der Bremer Straße, Höhe Netto-Markt sowie Hotel Thomsen, an der Syker Straße in Höhe der Shell-Tankstelle und in Höhe der Bushaltestelle "An der Riede". Von dort fahren Busse im Pendelverkehr zu den eingerichteten Betreuungsstellen: Mensa der Integrierten Gesamtschule (IGS), Pestalozziweg 88; Gymnasium an der Willmsstraße, Willmsstraße 3; Berufsbildende Schulen (BBS) I, Sporthalle Weberstraße; Gemeindezentrum der syrisch-orthoxen Kirche St. Bitte an Personalpapiere und Medikamente denken. Haustiere müssen anderweitig untergebracht werden, Tierhalter werden gebeten, sich darum zu kümmern.

Die Polizei rechnet mit einem Verkehrschaos. Berufspendler sollten das östliche Stadtgebiet weiträumig umfahren, so Carsten Hoffmeyer, oder wenn möglich gleich einen Tag Urlaub nehmen.

Rund 5000 Menschen müssen ihre Wohnungen bis 9 Uhr verlassen haben. Es wird dringend empfohlen, auf vermeidbare Autofahrten zu verzichten. Die Evakuierung beginnt um 8 Uhr.

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