Universität zahlt Nassar-Opfern 500 Millionen Dollar Entschädigung

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Die Universität Michigan hat nach Klagen von Missbrauchsopfern des ehemaligen US-Turnarztes Larry Nassar einer Entschädigungszahlung von insgesamt 500 Millionen Dollar (460 Millionen Euro) zugestimmt. In Folge des Skandals trat der komplette Vorstand des US-Turnverbandes zurück. Wie viel Geld jede einzelne Sportlerin erhält, ist nicht bekannt.

Der Vergleich gelte nur für die in diesem Rechtsstreit verklagten Personen der Michigan State University.

Der an der Universität im US-Bundesstaat Michigan ansässige Nassar war lange Jahre Arzt des US-Turnteams.

Opferanwalt John Manly lobte, die "historische Einigung" sei dem Mut der mehr als 300 Frauen und Mädchen zu verdanken, die sich getraut haben, darüber zu sprechen, was ihnen angetan wurde. Er fügte hinzu: "Es ist die aufrichtige Hoffnung aller Überlebenden, dass das Vermächtnis dieser Regelung weitreichende institutionelle Reformen nach sich ziehen wird, welche die Bedrohung durch sexuelle Übergriffe in Sport, Schulen und in unserer gesamten Gesellschaft beenden werden".

Nicht beigelegt sind mit der Einigung Klagen gegen den US-Gymnastikverband, das Olympische Komitee der USA sowie die Gymnastiktrainer Bela und Marta Karolyi und weitere Beklagte. Die 2017 bekannt gewordenen Missbrauchsvorwürfe gegen ihn reichen bis in die 1990er-Jahre zurück. Auch strafrechtliche Ermittlungen gegen die Universität im Zusammenhang mit Nassars kriminellem Verhalten werden durch die Einigung nicht aufgehoben.

Nassar (54), der jahrzehntelang junge Turnerinnen - darunter mehrere Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen, unter dem Deckmantel der ärztlichen Behandlung missbraucht hatte, wurde im Januar zu einer Haftstrafe von bis zu 175 Jahren Gefängnis verurteilt. Darunter auch Mitglieder des Turn-Olympiateams wie Simone Biles, Gabby Douglas und Aly Raisman. Zuvor war im Dezember wegen Besitzes von Kinderpornografie eine Gefängnisstrafe von bis zu 60 Jahren gegen ihn verhängt worden.

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