Land will Ethikunterricht für Fünftklässler

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Dafür schafft das Land insgesamt rund 300 Lehrerstellen, die ab dem Schuljahr 2021/2022 mit rund 20 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) verwies darauf, dass der Anteil der Schüler ohne kirchliche Bindung stetig wachse.

Aktuell wird das Fach Ethik als Ersatzfach für den Religionsunterrich an Gymnasien ab Klasse 7 und an allen anderen weiterführenden Schülen ab Klasse 8 unterrichtet. Zudem weist die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz darauf hin, dass Grundschullehrer entsprechend ausgebildet werden müssen - Ethik sei bislang für das Grundschullehramt weder Studien- noch Prüfungsfach. "Auch sie brauchen Orte, an denen sie über elementare philosophische Fragen, wie zum Beispiel Gut und Böse oder auch die Frage nach der Verantwortung, diskutieren können", sagte der Ministerpräsident und ehemalige Ethiklehrer Winfried Kretschmann im Anschluss an die Sitzung des Ministerrats. An den Gymnasien besuchten ein Viertel der Schüler keinen Religionsunterricht, an den Real- und Gemeinschaftsschulen seien es ein Drittel, an den Haupt- und Werkrealschulen mehr als die Hälfte der Schüler.

"Gemeinsam über unsere Normen und Werte zu sprechen, ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je". "Der Bedarf nach Ethikunterricht steigt kontinuierlich", sagte die Ministerin. Dass der Ethikunterricht ab dem Schuljahr 2019/20 nun in den Klassen 5 bis 7 ausgebaut wird, ist für Born eine längst überfällige Einlösung des grün-schwarzen Versprechens. So steht es in den Nebenabreden zum Koalitionsvertrag. Das bemängeln Vertreter der Opposition ebenso wie verschiedene Lehrerverbände. Sie habe das Landesinstitut für Schulentwicklung damit beauftragt, entsprechende Bildungspläne zu erstellen, so Eisenmann.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erwartet, dass "Ethikunterricht an den Grundschulen noch in dieser Wahlperiode eingeführt wird". Alle wünschen Ethik für die Kleinen, schließlich wird in der Grundschule die Basis für das Wertegerüst gelegt.

Ebenso forderten die Landtags-SPD, FDP und die GEW eine schnellstmögliche Einführung des Ethikunterrichts ab Klasse 1 und beklagen den verspäteten Beschluss des Bildungsplans durch die Landesregierung. Als möglichen Startschuss nannte sie das Schuljahr 2022/23.

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