In Deutschland kostet Arbeit ein Drittel mehr als im EU-Durchschnitt

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Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, kostete eine Arbeitsstunde im vergangenen Jahr durchschnittlich 34,50 Euro.

WiesbadenDer Faktor Arbeit ist in der deutschen Privatwirtschaft teurer als im europäischen Durchschnitt. Hier lag Deutschland im EU-Vergleich auf Rang vier. Unter EU-Durchschnitt liegen hierzulande allerdings die Lohnnebenkosten: 28 Prozent zahlten deutsche Arbeitgeber im vergangenen Jahr, 31 Prozent beträgt der Mittelwert in der EU, hier liegt Deutschland nur auf Platz 13.

Im verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland im Schnitt durchschnittlich 40,20 Euro. Doch schafft es Deutschland trotz boomender Wirtschaft und niedriger Arbeitslosigkeit nur auf Rang sechs, fast zehn Euro hinter Spitzenreiter Dänemark.

Erfasst wurden Arbeitsplätze in der Industrie sowie in wirtschaftlichen Dienstleistungen, also ohne den öffentlichen Dienst. So konnte Deutschland verglichen mit 2016 einen Platz aufrücken und überholte Finnland (das einzige Land der EU, in dem die Arbeitskosten sanken). Hohe Arbeitskosten können über höhere Produktivität der Anlagen ausgeglichen werden.

Die Kosten für eine Arbeitsstunde setzen sich aus dem Bruttoverdienst für den Arbeitnehmer und den Lohnnebenkosten zusammen, beispielsweise für Sozialversicherungsbeiträge und Steuern. Damit lagen die Lohnnebenkosten in Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 31 Euro, hieß es. Deutlich höher sind die Lohnnebenkosten in Schweden und Frankreich mit 49 beziehungsweise 46 Euro.

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