Harald Krüger und Norbert Reithofer bestreiten Abgasmanipulation — BMW

Einstellen Kommentar Drucken

Fahnen des Autobauers BMW am Firmensitz in München.

BMW-Chef Krüger und der Aufsichtsratsvorsitzende Reithofer haben eine Panne bei der Abgasreinigung eines Dieselmotors eingeräumt. Zugleich bestritt die Spitze des Autobauers aber jede Absicht. "Uns ist vor einigen Jahren ein Fehler unterlaufen", sagte Krüger am Donnerstag auf der BMW-Hauptversammlung in München: Bei 11.700 BMW-Fahrzeugen der 5er und 7er Baureihe sei eine falsche Software aufgespielt worden.

Im März hatte das Kraftfahrtbundesamt den Rückruf der Autos wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung angeordnet. Reithofer sprach von einem handwerklichen, menschlichen Fehler, der dazu geführt habe, dass die Abgaswerte auf dem Prüfstand niedriger gewesen wären als auf der Straße. Mit einer gezielten Manipulation habe das nichts zu tun. BMW warte jetzt auf die Genehmigung der Behörden, um die korrigierte Software aufzuspielen.

Krüger zeigte sich zuversichtlich, in diesem Jahr mindestens 140 000 elektrifizierte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini absetzen zu können. Wie andere gratulierte auch Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger dem Management zu den guten Zahlen.

Ärgerlich sei aber, dass BMW mit 2,5 Millionen verkauften Autos weiter hinter Mercedes-Benz liege. Und doch gab es - wie auch in den Jahren zuvor - Kritik an der Ausschüttungsquote von etwa 30 Prozent. Harte Regulierungen seien heute populär, klagte der Firmenchef. Mit einem großen Aber - und einem herben Seitenhieb auf den Konkurrenten VW.

Lesen Sie auch: Nächster Hammer im Diesel-Skandal - droht VW-Autos die Zwangsstilllegung? BMW aktualisiere die Software seiner Euro-5-Dieselautos ab Baujahr 2011, halte aber eine Hardware-Nachrüstung für technisch nicht sinnvoll. "Zur Wahrheit gehört auch: Das Handeln einiger Hersteller hat der gesamten Branche geschadet", sagte Krüger. Europa müsse bei der E-Mobilität eine Vorreiterrolle übernehmen, forderte Krüger.

Comments