Gina Haspel ist die neue CIA-Chefin

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Im Rückblick zeige sich, dass der Auslandsgeheimdienst "das Programm der verschärften Verhörmethoden" nicht hätte anwenden sollen, schrieb sie in einem am Dienstag von US-Medien veröffentlichten Brief an Senatoren des Geheimdienstausschusses.

Für Haspel stimmten acht Republikaner und zwei oppositionelle Demokraten.

Haspel ist umstritten, weil sie als CIA-Agentin in der Zeit nach den Terroranschlägen von New York und Washington im Jahr 2001 Verhörmethoden toleriert haben soll, die heute verboten sind und international als Folter betrachtet werden.

Immerhin hatten zuvor die parteieigenen Kritiker John McCain und Rand Paul kräftig für Gegenwind gesorgt: Vor allem McCain, der während des Vietnamkrieges selbst fünfeinhalb Jahre als Kriegsgefangener festgehalten und schwer gefoltert wurde, sprach seinen Parteifreunden ins Gewissen: Trotz ihrer unstrittigen Qualitäten habe sie sich durch ihr früheres Verhalten disqualifiziert: "Sie hat dazu beigetragen, dass sich ein Schatten auf die Geschichte Amerikas gelegt hat". Darunter fällt auch das sogenannte Waterboarding, ein simuliertes Ertränken von Gefangenen. Haspel blickt auf eine mehr als 30-jährige Laufbahn bei der CIA zurück.

"Gina Haspel hat sich von den damaligen Methoden mehr als deutlich distanziert". Die Aktivitäten der CIA müssten "mit den amerikanischen Werten im Einklang stehen". Sie weigerte sich allerdings, die damaligen Praktiken ausdrücklich als unmoralisch zu verurteilen - zum Ärger der demokratischen Senatorin Kamala Harris.

Ihre endgültige Bestätigung im Senat gilt damit als höchst wahrscheinlich. In ihrer derzeitigen Rolle als amtierende CIA-Chefin hat Haspel eine Aufhebung der Sperre verhindert. Die meisten werden deshalb gegen Haspels Beförderung stimmen, aber nicht alle.

Kann die 61-Jährige daher als geläuterter Geheimdienstprofi einen neuen Anlauf an der Spitze des Auslandsgeheimdienstes nehmen? Dass im Kampf gegen den Terrorismus Menschenrechte geritzt werden dürfen, ist bis weit in die politische Mitte mehrheitsfähig. Die übrigen fünf Demokraten im Ausschuss lehnten sie ab.

Sie und ihre Kollegen seien Anweisungen gefolgt und hätten "an unsere Arbeit geglaubt", sagte Haspel. Präsident Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, er werde das inzwischen eingestellte Waterboarding "und verdammt viel härtere" Verhörmethoden wiedereinführen: "Folter wirkt".

Das scheint auch eine knappe Mehrheit im Senat so zu sehen und sie wird Gina Haspel wohl zur neuen CIA-Direktorin machen.

WashingtonDer Geheimdienstausschuss des US-Senats hat die Kandidatin von US-Präsident Donald Trump für den Chefposten des Geheimdienstes CIA empfohlen.

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