Deutsche Börse legt beim Management die Axt an

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Gleichzeitig kündete der nach dem Horrorjahr 2017 unter Druck stehende Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Joachim Faber, seinen mittelfristigen Rückzug von der Spitze des Kontrollgremiums an.

Er werde zwar für weitere drei Jahre als Aufsichtsratschef kandidieren, sagte er auf der Hauptversammlung des Konzerns am Mittwoch in Frankfurt.

Das Krisenjahr 2017 hatte Faber in die Kritik gebracht.

Faber hatte zuvor angekündigt, im Laufe der neuen Wahlperiode einen Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrates vorzubereiten. Er werde nicht darauf dringen, "die gesamte Wahlperiode durchzustehen". Neben der Zentrale in Eschborn bei Frankfurt unterhält die Deutsche Börse unter anderem Standorte im irischen Cork und in Prag. "Das Handling des Skandals war äußerst dilettantisch", sagte Klaus Nieding von der Aktionärsvereinigung DSW. Ihm wird vorgeworfen, er habe Aktien des Unternehmens zu einem Zeitpunkt gekauft, als er bereits mit der Londoner Börse LSE über eine, letztendlich gescheiterte, Fusion verhandelte. Im Zuge der Fusionsbemühungen war Ex-Vorstandschef Kengeter in den Verdacht des Insiderhandels geraten. Dieser Verdacht auf Insiderhandel, kritisierte Aktionärsvertreter Nieding, sei "schlicht und einfach ein Skandal" - und der größte anzunehmende Unfall für das Unternehmen.

Die Deutsche Börse wollte sich auf Anfrage von Dow Jones zu dem Empfehlungsschreiben von Hermes EOS nicht äußern. Die Ermittlungen gegen Kengeter dauern an. Die Aktionäre stimmten auch einer Erweiterung des Aufsichtsrates von 12 auf 16 Mitglieder zu. Faber bekam 85,55 Prozent und darf mit einem Abstimmungsergebnis von 95,22 Prozent wieder in den Aufsichtsrat einziehen.

Die Deutsche Börse hatte Ende April das Ziel ausgegeben, die jährlichen Fixkosten bis Ende 2020 um rund 100 Millionen Euro zu senken. Große Fusionsversuche peilt Weimer nicht an, zeigt sich für kleinere Zukäufe aber offen.

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