USA: Israel übte bei Gewalt in Gaza "Zurückhaltung"

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Als Reaktion auf die Gewalt im Gazastreifen hatten die Türkei und Südafrika bereits ihre Botschafter aus Israel zu Beratungen zurückgezogen.

Auch Präsident Recep Tayyip Erdoğan verurteilte das "Genozid"-ähnliche Massaker Israels in Palästina". Botschafter Sisa Ngombane werde auf unbestimmte Zeit zurückberufen, erklärte das Ministerium. Am Dienstag folgte der nächste Schritt, verwies Ankara doch aus dem gleichen Grund den israelischen Botschafter Eitan Naeh des Landes. "Israel ist ein Terrorstaat", sagte Erdoğan am Montag in einer Rede vor türkischen Studenten in London. Israel forderte seinerseits den türkischen Konsul auf, das Land für "einige Zeit" zu verlassen.

Gaza.Nach der Gewalt an der Gaza-Grenze mit Dutzenden getöteten Palästinensern lehnen die USA eine unabhängige Untersuchung der Konfrontationen ab.

Die Palästinenserführung in Ramallah teilte am Abend mit, man habe den palästinensischen Repräsentanten aus Washington abberufen. Ankara habe für Freitag einen Sondergipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Istanbul einberufen. Israel hat den Ostteil der Stadt im Sechstagekrieg 1967 erobert.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron zeigte sich sehr besorgt über die Lage im Gazastreifen. Das habe Macron Netanyahu in einem Telefonat mitgeteilt, hieß es aus Élyséekreisen in Paris.

Jerusalem gilt als eine zentrale Streitfrage im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern.

Am Abend gab es eine Sondersitzung im UN-Sicherheitsrat.

Eine unabhängige Untersuchung der gewaltsamen Vorfälle an der Gaza-Grenze wird es jedenfalls nicht geben. Diesen Entwurf blockierten die USA jedoch offenbar. Israel habe "keine besseren Freunde auf der Welt" als die USA, sagte er.

"In Freundschaft reichen wir Israel, den Palästinensern und allen Nachbarn die Hand".

Israel wirft jedoch der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, Zivilisten im Konflikt auf zynische Weise als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Israels Ministerpräsident lobte dagegen den "entschlossenen Einsatz" der Sicherheitskräfte. Die Bundesregierung warf der Hamas Anstachelung zur Gewalt vor. Grund für die neue Protestwelle ist die international kritisierte Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem.

Israelische Soldaten erschossen mindestens 55 Menschen, rund 2800 weitere Menschen wurden verletzt, etwa die Hälfte davon durch Schüsse, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte.

Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) hat indes die Teilnahme des österreichischen Botschafters in Israel, Martin Weiss, an einem Empfang des israelischen Außenministeriums vor der Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem verteidigt.

Heftige Proteste und viele Tote an der israelischen Grenze zu Gaza. Für Dienstag hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas einen Generalstreik ausgerufen, zudem gedenken die Palästinenser am Nakba-Tag traditionell der Vertreibung und Flucht Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

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