Über 60 000 Notrufe an den Autobahnsäulen

Einstellen Kommentar Drucken

47 759 Notrufe zu Pannen und Unfällen wurden 2017 über die orangenen Notrufsäulen an den deutschen Autobahnen abgesetzt.

Mehr als 60.000 Mal wurden die aktuell 16.890 Notrufsäulen, die die deutschen Versicherer seit knapp zwei Jahrzehnten im Auftrag des Bundes betreiben, im vergangenen Jahr genutzt. Dazu kommen 12.256 Meldungen über Falschfahrer, Gegenstände oder Personen auf der Fahrbahn oder Böschungsbrände, die ebenfalls über die Säulen eingingen. Zusammengerechnet stehen sogar gut 14 Prozent Rückgang unter dem Strich.

Die am häufigsten genutzte Notrufsäule steht an der BAB 9, München in Richtung Berlin, kurz vor der Ausfahrt Plech: Sie wurde 262-mal von Hilfesuchenden genutzt.

In diesem Bereich wird auf sieben Kilometern Länge noch bis Mitte des Jahres die Fahrbahn erneuert. Auf Platz 2 folgt eine Säule bei Zwickau an der BAB 72 mit 215 eingegangenen Notrufen.

Die meisten Meldungen wurden an der Autobahn 3 abgesetzt. 4573 Notrufe gingen von der 769 Kilometer langen Strecke ein, die sich von der niederländischen bis zur österreichischen Grenze durch Deutschland schlängelt.

Die höchste Notrufdichte gab es wieder aus Hamburg zu vermelden.

In der Notrufzentrale der Autoversicherer in Hamburg werden die Notrufe in zahlreichen Fremdsprachen durch Muttersprachler abgewickelt, u.a.in Englisch, Russisch, Polnisch, Französisch und Türkisch.

Im Zeitalter von Handys und Smartphone-Apps sind die orangefarbenen Notrufsäulen an Autobahnen zwar noch nicht gänzlich arbeitslos geworden, stehen aber vor einer ungewissen Zukunft, wie die 2017er-Auswertung der Betreibergesellschaft zeigt. Schwarze Pfeile am Fahrbahnrand weisen den Weg zur nächsten Säule.

Comments