Gericht prüft: Sind Bushidos Texte jugendgefährdend?

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Der Senat hat wegen grundlegender Fragen eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht zugelassen. Dabei könnten auch formale Fehler im Indizierungsprocedere eine Rolle spielen.

Deshalb sei das Album zu Unrecht in die "Liste jugendgefährdender Medien" eingetragen worden. Sie dürfen aber Minderjährigen aus Gründen des Jugendschutzes nicht zugänglich gemacht werden.

Die Texte seien verrohend, frauen- und homosexuellenfeindlich und gewaltverherrlichend, begründete die Bundesprüfstelle. Vor dem Verwaltungsgericht Köln war er in erster Instanz gescheitert. Bushido legte Berufung ein. Jugendliche seien heutzutage detaillierteren und wirklichkeitsnäheren Darstellungen von Gewalt und Sex ausgesetzt als in seinen bewusst überzeichneten Gangsta-Rap-Bildern.

Für eine vernünftige Abwägung zwischen Jugendschutz und Kunstfreiheit ist es laut Gericht notwendig, alle acht "schöpferisch Beteiligten" Texter und Komponisten anzuhören. So wirft Bushidos Anwalt der Prüfbehörde vor, nicht allen mitwirkenden Künstlern die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt zu haben.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am Dienstag die Klage des Gangster-Rappers Bushido gegen die Indizierung seines Albums "Sonny Black" positiv beschieden. Die Richter haben noch für denselben Tag eine Entscheidung angekündigt.

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