NSU-Prozess: Anwältin hält Wohlleben für unschuldig

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"Aus Sicht von uns Verteidigern hat dies die Beweisaufnamhe auch bewiesen", sagte Rechtsanwältin Nicole Schneiders am Dienstag im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München zu Beginn ihres Plädoyers. Die U-Haft dauere nur an, weil der NSU-Prozess ein "Politikum" sei. Zeitweise habe sich Wohlleben in Isolationshaft befunden. Sie hoffe aber, dass sich der Vorsitzende Richter Manfred Götzl auf die Grundsätze rechtsstaatlicher Verfahren besinne und kein politisches Urteil fälle.

Wohlleben ist dafür angeklagt, die Mordwaffe des NSU vom Typ "Ceska" organisiert zu haben. Die Bundesanwaltschaft fordert zwölf Jahre Haft. Schneiders meinte nun, der von ihr beantragte Zeuge werde aussagen, dass er eine typgleiche Waffe besessen und an den NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt übergeben habe. Sie war NPD-Mitglied und steht seit Mitte der Neunzigerjahre im Visier des baden-württembergischen Verfassungsschutzes.

Hauptangeklagte im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe, die fast 14 Jahre mit Böhnhardt und Uwe Mundlos im Untergrund lebte. Zu den Verbrechen des NSU gehören neun fremdenfeindliche Morde an Zuwanderern und die Ermordung einer Polizistin in Heilbronn.

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