Niederländische Regierung schmeißt Kaspersky raus

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Ebenso wird die Finalisierung der Software-Produktion nach Zürich verlegen. Auf den Rechnern dort sollen auch Daten von Kunden aus Singapur, Australien, Japan und Südkorea gespeichert und verarbeitet werden. Weitere Länder sollen folgen.

Kaspersky war im vergangenen Herbst unter Druck geraten, nachdem es in amerikanischen Medienberichten hieß, die Firma habe eine Rolle dabei gespielt, dass geheime Angriffs-Werkzeuge der NSA in die Hände russischer Geheimdienste geraten seien. Man habe sie jedoch mit niemandem geteilt und gelöscht, erklärte Gründer und Chef Eugene Kaspersky.

Die niederländische Regierung wird aus Sicherheitsgründen nicht länger russische Software gegen Computerviren einsetzen.

Eine gründliche Prüfung habe ergeben, dass es durch die Software des russischen Unternehmens das Risiko der Spionage und Sabotage gebe, sagte Justizminister Ferdinand Grapperhaus am Dienstag im niederländischen Radio. In Großbritannien warnte die für IT-Sicherheit zuständige Behörde NCSC heimische Ministerien vor der Verwendung von russischen Anti-Virus-Programmen. Konkrete Hinweise auf einen Missbrauch der Kaspersky-Software zu solchen Zwecken gibt es nach den Worten des Ministers nicht.

Was bereits Ende März vermutet wurde, bestätigt sich nun: Kaspersky Lab verlagert im Rahmen seiner globalen Transparenzinitiative eine Reihe wichtiger Prozesse von Russland in die Schweiz, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt.

Trotzdem sehe die niederländische Regierung das Verbot der Nutzung dieser Software auf Regierungscomputern als eine "geeignete Vorsichtsmaßnahme" an. "Es hat den Anschein, dass unser Unternehmen Opfer von geopolitischen Entwicklungen ist", sagte ein Sprecher.

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